Update: Der perfekte ETF für Emerging Markets

Kaum ist ein Artikel eineinhalb Jahre online, ist er auch schon wieder veraltet 😉 Seit meiner Suche nach dem besten Indexfonds für die Emerging Markets hat sich einiges getan. ETF ingesamt werden immer populärer, das Angebot immer größer, und damit der Preisdruck auf die Anbieter höher: Die HSBC hat vor ein paar Monaten die Kosten für einige Indexfonds deutlich gesenkt, u.a. auch für den eigenen Schwellenländer-Fonds.

Wie schaut es also aktuell aus: Nach wie vor gibt es nur fünf Indexfonds auf den MSCI Emerging Markets, die zumindest per Sampling replizieren, also tatsächlich in Aktien aus den Schwellenländern investieren und den Index nicht per Finanz-Voodoo Swapping nachbilden. Will man eine regelmäßige Ausschüttung der Dividenden und keinen Thesaurierer, bleiben nur noch drei Anbieter übrig, genau wie in der ursprünglichen Analyse von 2015:

ETF ISIN Domizil TER Größe (Mio EUR)
2015 2016 2015 2016
HSBC MSCI EM UCITS DE000A1JXC94 Lux. 0,60% 0,40% 287 243
iShares MSCI EM UCITS IE00B0M63177 Lux. 0,75% 0,75% 4.440 3.994
UBS-ETF SICAV – MSCI EM UCITS LU0480132876 Irland 0,45% 0,45% 280 656

Was hat sich verändert: Zum einen hat der UBS Fonds seit der Empfehlung hier im Blog sein Fondsvolumen mehr als verdoppelt, auf mittlerweile 656 Millionen EUR. Kaum zu glauben, was so eine Empfehlung in einem kleinen Privatblog ausrichten kann 😉 Die beiden anderen Fonds sind in Euro gerechnet merklich geschrumpft, was zum Teil durch den allgemeinen Kursrückgang erklärt wird: Im Vergleich zum Indexstand im März 2015 ist der MSCI Emerging Markets um rund zehn Prozent eingebrochen, was dazu führt, dass auch das Fondsvolumen in der gleichen Größenordnung schmilzt. Beim HSCB ist der Rückgang des Fondsvolumens allerdings noch größer, d.h. hier haben Anleger tatsächlich Geld abgezogen. Was vermutlich ein Grund für die deutliche Preissenkung bei der HSBC war: Anleger zahlen jetzt ein sattes Drittel weniger, damit liegt der HSBC Fonds jetzt an der Spitze mit der günstigsten Kostenquote von 0,4 Prozent.

Dennoch bleibt der UBS Fonds für mich die erste Wahl: Er ist jetzt zwar eine Spur teurer als der HSBC Fonds, hat aber dafür ein erheblich größeres Fondsvolumen. Das ist in Hinblick auf die Zukunftssicherheit eines ETF nicht ganz unwesentlich. Wenn ein Fonds zu klein wird besteht die Gefahr, dass der Anbieter den Fonds irgendwann einstellt. Dadurch verliert man als Anleger zwar formell kein Geld, weil man den Marktwert in Euro ausgezahlt bekommt. Das kann aber je nach Situation durchaus ungelegen kommen. Mit immer noch rund 240 Millionen EUR Volumen ist auch der HSBC Indexfonds zwar kein Zwerg, aber ein 15 prozentiger Rückgang des Volumens innerhalb von eineinhalb Jahren zeigt deutlich in die falsche Richtung.

 

Disclaimer:

Die ETF-Daten sind der Website JustETF.com entnommen und ohne Gewähr. Die Inhalte dieser Website stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sämtliche Aussagen und Einschätzungen basieren auf der persönlichen Meinung des Autors und sind explizit keine Anlageberatung.

10 Kommentare zu “Update: Der perfekte ETF für Emerging Markets

  1. Das ist die Karte von Risiko, oder ? =)
    Ich habe selbst keine Schwellenland-Aktien im Depot, dafür aber einen Schwellenland-Anleihen-ETF. Mal sehen, vielleicht wandern irgendwann auch noch Aktien-ETFs der Emerging Markets in mein Depot. Der Trend mit den immer geringeren Kosten ist aus Anlegersicht natürlich spitze!

  2. Hallo! Hier spricht die andere Seite der Macht. Also ich habe einen ETF auf den obigen Index im Depot der thesaurierend (steuereinfach trotz Sitz der Kapitalgesellschaft in Luxemburg) und synthetisch ist. Und dessen Anbieter Comstage inzwischen zum Verkauf steht (allerdings bin ich an diesem Punkt optimistisch, dass es keine negativen Auswirkungen auf den Fonds geben wird).
    Die TER ist mit 0,25% deutlich niedriger als bei den Ausschüttern, dazu wollte ich mir über die Neuanlage der Ausschüttungen keine Gedanken machen. Wie üblich gilt auch hier: wir können diesen Beitrag ja nochmal im November 2026 hervorkramen und dann vergleichen, welcher ETF besser abgeschnitten hat.

    • Ok, you got me impressed. Wenn ich einen ETF empfehle, verdoppelt sich das Fondsvolumen. Wenn du investierst, steht auf einmal die ganze Fondsgesellschaft auf der Kippe 😉

  3. Ob hier meine Superheldenkräfte überschätzt werden? Wobei ich auf den reverse King Midas touch auch gerne verzichten könnte, hätte ich ihn denn. Aus heutiger Sicht würde ich die Sache auch anders sehen und eher auf den Emittenten achten – und der oben erwähnte HSBC Ausschütter ist sicher eine vernünftige Wahl.

  4. Hi Teilzeitinvestor,

    worin siehst du den Vorteil des replizierenden gegenüber dem synthetischen ETF? Ich überlege gerade zwischen dem Emergency Market von Comstage und dem von dir beschriebenen UBS. (von denen habe ich auch die MSCI World).

    Grüße!

    • Die Entscheidung zwischen physischen und synthetischen Indexfonds ist vermutlich die meistdiskutierte in den diversen Finanzblogs. Mir sind synthetische ETF nicht ganz geheuer, weil man dort irgendein Finanz-Voodoo kauft, dass einem zwar verspricht, die Entwicklung des zugrundeliegenden Index abzubilden, tatsächlich aber ganz was anderes enthalten kann. Bei physischen ETF weiss ich exakt was ich kaufe: nämlich einen Fonds, der genau die Aktien besitzt die im Index vertreten sind.

      Das ist wahrscheinlich eine eher psychologische Entscheidung, denn auch synthetische ETF sind streng reguliert und gelten als sicher. Aber ich habs lieber einfach und verständlich, und zahl dafür im Zweifel lieber einen kleinen Aufschlag.

  5. Mit Auflagedatum Juni 2017 gibt es außerdem noch den db x-trackers MSCI Emerging Markets (IE00BTJRMP35), physisch replizierend, thesaurierend, mit eine relativ günstigen TER von 0,2%. Allerdings steuerhäßlich bis Ende 2017.

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