Was kostet eigentlich so ein Indexfonds?

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Das Thema Indexfonds entwickelt sich auch langsam in Medien zu einem Trendthema. Um das eigentlich eher langweilige passive Investieren in ETF für den Leser etwas reisserischer aufzumachen, warnt die Welt aktuell vor gefährlichen Kostenfallen bei ETFs (danke an Leser Alex für den Hinweis).

Total easy

Kostenfallen? Dabei sollte bei Indexfonds doch eigentlich alles ganz einfach sein: Mit der „Total Expense Ratio“ (TER) gibt jeder Indexfonds an, wie hoch seine Gebühren insgesamt sind. Dieser Prozentwert besagt, dass ich bei einer TER von 0,5 Prozent zum Beispiel jährlich etwa 50 Euro an Gebühren zahle, wenn ich 10.000 EUR in diesen Fonds angelegt habe. Die 50 EUR zahle ich nicht direkt, sondern sie werden einfach vom Wert meiner Anteile abgezogen.

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Das Lesen der Anderen im August 2016

Das Lesen der Anderen

Die folgenden Artikel sind mir in den letzten vier Wochen besonders aufgefallen:

Wie schafft man eigentlich eine Sparhöhe von 2.000 EUR im Monat? Alexander rechnet das mal vor. Die überraschende Erkenntnis: Viel verdienen hilft, sparsam leben bringt auch was.

Einen Spartrip der besonderen Art hat Joachim Goldberg mit seiner Familie durch London gemacht. Und zeigt, dass ökonomische Optimierung nicht immer die sinnvollste Strategie ist.

Wie man sein sauer erspartes Geld schnell wieder verbrennt, zeigt Meinkleinesdepot: einfach ein wenig mit Optionen rumhandeln. Auch Dimi hat sich mit Aktienspekulationen schon die Finger verbrannt, auf seinem Weg vom Sparbuchsparer zum Investor.

A propos Geld verbrennen: Dem Dividenden-Sammler steht eine Scheidung ins Haus, weshalb er sein Blog auch erstmal nicht mehr aktiv weiterführen wird. Wir drücken die Daumen, dass alles halbwegs glimpflich verläuft.

Kommen wir von der individuellen Finanzsituation zum Wirtschaften auf Länderebene: Sind freie Märkte und Demokratie für die Wirtschaft tatsächlich die besten Voraussetzungen, oder wirtschaften Autokraten wie Erdogan & Co. am Ende besser? Thomas Fricke hat eine nicht ganz so eindeutige Antwort.

Was passiert eigentlich, wenn ein ETF stirbt? Der Finanzrocker hat’s über erlebt.

Wer statt Indexfonds lieber in vielversprechende Einzelaktien investiert: Woran erkennt man eigentlich einen Turnaround-Kandidaten?

Was zum Hören: der brandeins Podcast von Detektor.fm. Immer mit einem Schwerpunktthema, oft als Verlängerung von Geschichten, die gerade in der gedruckten brandeins erschienen sind. Unaufgeregt und professionell gemacht. Im August z.B. zum klickträchtigen Schwerpunktthema Lust.

Freiheit oder Langeweile?

fauler hund

Blogparaden sind ja eigentlich nichts für mich, aber da meine letzte genau ein Jahr her ist, kann ich ja mal wieder eine Ausnahme machen. Der Privatier stellt nämlich die durchaus spannende Frage, was man sich eigentlich von dieser finanziellen Freiheit erhofft, die alle anstreben. Und was man denn zu tun gedenkt, wenn es denn soweit ist. Kommt mit der großen Freiheit auch die große Langeweile?

Lotto King Karl

Die Frage, was finanzielle Freiheit bedeutet, erinnert an das Gedankenspiel, was man mit sechs Richtigen im Lotto machen würde. Ich fand die Vorstellung immer faszinierend, nach dem großen Millionengewinn erstmal ganz normal montags ins Büro zu gehen und sich nichts anmerken zu lassen, außer vielleicht einem dauerhaften sehr zufriedenen Grinsen im Gesicht.

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Handlungsbedarf bei Dividenden und US Quellensteuer?

Steuerberechnung

Da hatten mir die Kollegen Finanzrocker und Finanzwesir mit ihrem Podcast zu Dividendenaktien doch kurzzeitig einen Schrecken eingejagt: Nein, nicht die rigorose Ablehnung der Dividendenstrategie durch den Finanzwesir hat mich erschrocken – auch ein Wesir darf sich schließlich mal irren 😉

Aufschrecken ließ mich die Anmerkung des Finanzrockers, dass man bei seiner Bank einen „Rabatt“ auf die Quellensteuer für US-Aktien beantragen muss bzw. kann. Und dann statt 30% nur noch 15% Quellensteuer zahlt.

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Nützt alles nichts: Ein Wertpapiersparplan muss her

Wertpapiersparplan

So sehr ich hier auch immer wieder predige, dass market timing nicht funktioniert und eine schlichte passive Anlage in Indexfonds rational das richtige wäre, so schwer tue ich mich damit, das ganze selber konsequent umzusetzen. Die richtigen Indexfonds habe ich schon vor langer Zeit ausgewählt, und auch durchaus die eine oder andere Position aufgebaut. Aber vor jedem Kauf hadere ich damit, ob nicht jetzt gerade ein besonder schlechter Zeitpunkt zum Kauf sei, weil die Kursstände kurz vor oder auf dem Allzeithoch sind und der Crash unmittelbar bevorsteht. Ab und zu hab ich mit der Einschätzung ja auch mal halb recht, schließlich ist der DAX von seinen Höchstständen zwischenzeitlich schon mal wieder 3.000 Punkte zurückgekommen. Aber dann geht es auch wieder aufwärts, und die alte Regel „time in the market beats timing the market“ greift, wenn man feststellt, das schon wieder ein Jahr um ist, in dem man statt drei bis vier Prozent Dividendenrendite nur 0,8 Prozent aufs Festgeld bekommen hat.

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Das Lesen der Anderen: Juli 2016

Das Lesen der Anderen

Die Sommerpause hier im Blog geht weiter, aber zum Glück nicht bei den anderen Finanzbloggern. Die Übersicht lesenswerter Artikel aus den letzten vier Wochen:

Der Finanzkoch kommt oft zu spät: Mit der Strategie, auf Gewinner zu setzen, die jahrelang gut gelaufen sind, springt man in vielen Fällen erst dann auf den Zug auf, wenn die Gewinnsträhne am Ende ist und es wieder abwärts geht.

Christian Kirchner jammert, dass wir alle Immobilien-Jammerlappen sind. Was u.a. daran liegt, dass über die vermeintliche Immobilienblase hauptsächlich 40jährige Journalisten schreiben, die für sich selbst nur in großstädtischen Toplagen suchen.

Aber nicht jeder sucht etwas im Szeneviertel. Der Wirtschaftswurm ist auf die dunkle Seite gezogen.

Und den Finanzrocker zieht es nach Wacken. Dort regnets häufig, deshalb braucht man wetterfeste Kleidung. Genau wie an der Börse. Oder so. Mein spontaner Eindruck: Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich 😉

Andere zieht es in den Dividendenbunker. Was letztendlich nichts anderes als die guten alten Dividendenaristokraten sind, also Firmen, die nicht nur jahrzehntelang eine Dividende ausgezahlt haben, sonder diese auch noch kontinuierlich steigern.

Der Frugalist hält Dividendenbunker und -aristokraten hingegen für einen riesigen Selbstbetrug. Denn eine Dividende werde ja aus der Unternehmenskasse gezahlt und schmälere damit den Firmenwert, das ganze sei also nur „linke Tasche, rechte Tasche“. Diese Binsenweisheit als Selbstbetrug zu verkaufen, ist schon sehr provokant. Denn dass ernsthaft jemand glaubt, Dividenden kämen aus dem nichts, wage ich mal zu bezweifeln. Aber es macht für viele Anleger eben einen Unterschied, ob der Gewinn als hartes Cash auf dem Konto liegt, oder als luftiger Buchgewinn, der sich morgen schon wieder in Luft auflösen kann. Bilanzen kann man manipulieren, den Cash Flow zumindest nicht dauerhaft.

Dividenden hin oder her – Der schweizer Tagesanzeiger analysiert, dass die Mittelschicht in  Europa und den USA seit dem Mauerfall keine Verbesserung der Realeinkommen erreicht hat und die Wachstumserfolge nicht in der Mitte und unten ankommen.

Da darf man sich nicht wundern, dass die Bevölkerung eher skeptisch ist, was eine fortschreitende Globalisierung und Marktliberalisierung angeht. Das Freihandelsabkommen TTIP hat keine Mehrheit und droht zu scheitern. Was aber gar nicht schlimm ist, erklärt Thomas Fricke, denn das Globalisieren habe in den letzten Jahrzehnten große gesellschaftliche Schäden hinterlassen.

Das Lesen der Anderen: Juni 2016

Das Lesen der Anderen

Nicht alle waren so inaktiv wie ich in den letzten vier Wochen – ein Rückblick auf lesenswerte Artikel aus der Finanzblogszene im Juni. Etwas verspätet, aber dafür garantiert Brexit-frei.

Der Finanzwesir will Teilzeitbeamter werden. Sehr provokantes Konzept für die Karriereplanung, aber mit ein paar sehr wahren Einsichten und Erkenntnissen garniert, und entsprechend reger Diskussion unterhalb des Artikels.

Bill Gates hingegen hat einen ganz anderen Karrieretipp: Werden Sie Hühnerzüchter! Befragt man einen professionellen Hühnerzüchter dazu, hält er den Ratschlag von Mr. Microsoft allerdings für ein wenig faktenarm.

Wer es noch nicht gesehen hat: Der britische Comedian John Oliver über Altersvorsorge, Indexfonds und passives Anlegen. Inhaltlich nichts neues für den geneigten Leser, aber grandios präsentiert.

Der Privatier hat auf einmal ein vierstelliges Minus auf dem Konto, weil durch eine Fusion zweier Rentenfonds auf einmal Steuern auf ausschüttungsgleiche Erträge fällig wurden. Sein Fazit: Nie wieder ausländische Thesaurierer.

Nochmal der Privatier, der das erreicht hat, was viele Finanzblogger anstreben: nämlich von seinen Kapitalerträgen zu leben, statt jeden Tag ins Büro zu gehen. Psychologisch hat das aber eine bemerkenswerte Kehrseite: Trotz sorgfältiger Planung ist das Gefühl der Sicherheit weg.

Zum Abschluss doch noch was zum Brexit, allerdings nur als Aufhänger für eine ganz andere Entwicklung: Der Wirtschaftswaise regt sich zu recht auf, dass die Medien immer unverhohlener Meinung machen statt neutral zu berichten.