Das Lesen der Anderen: Juni 2016

Nicht alle waren so inaktiv wie ich in den letzten vier Wochen – ein Rückblick auf lesenswerte Artikel aus der Finanzblogszene im Juni. Etwas verspätet, aber dafür garantiert Brexit-frei.

Der Finanzwesir will Teilzeitbeamter werden. Sehr provokantes Konzept für die Karriereplanung, aber mit ein paar sehr wahren Einsichten und Erkenntnissen garniert, und entsprechend reger Diskussion unterhalb des Artikels.

Bill Gates hingegen hat einen ganz anderen Karrieretipp: Werden Sie Hühnerzüchter! Befragt man einen professionellen Hühnerzüchter dazu, hält er den Ratschlag von Mr. Microsoft allerdings für ein wenig faktenarm.

Wer es noch nicht gesehen hat: Der britische Comedian John Oliver über Altersvorsorge, Indexfonds und passives Anlegen. Inhaltlich nichts neues für den geneigten Leser, aber grandios präsentiert.

Der Privatier hat auf einmal ein vierstelliges Minus auf dem Konto, weil durch eine Fusion zweier Rentenfonds auf einmal Steuern auf ausschüttungsgleiche Erträge fällig wurden. Sein Fazit: Nie wieder ausländische Thesaurierer.

Nochmal der Privatier, der das erreicht hat, was viele Finanzblogger anstreben: nämlich von seinen Kapitalerträgen zu leben, statt jeden Tag ins Büro zu gehen. Psychologisch hat das aber eine bemerkenswerte Kehrseite: Trotz sorgfältiger Planung ist das Gefühl der Sicherheit weg.

Zum Abschluss doch noch was zum Brexit, allerdings nur als Aufhänger für eine ganz andere Entwicklung: Der Wirtschaftswaise regt sich zu recht auf, dass die Medien immer unverhohlener Meinung machen statt neutral zu berichten.

Das Lesen der Anderen: Mai 2016

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Der monatliche Rückblick auf lesenswerte Artikel aus dem Finanzbereich:

Schon etwas älter, aber erst kürzlich entdeckt: Ein langes Porträt über Mr. Money Mustache im New Yorker. Auch wenn ich nicht alle Ansichten von Herrn Geldbart teile, ist Mr. Money Mustache der Auslöser für dieses Blog und meine Beschäftigung mit Finanzieller Unabhängigkeit gewesen.

Rico kauft Aktien nur wenn sie teuer sind  😉

Thomas Fricke rechnete mit dem Mantra von Globalisierung und Marktliberalisierung ab.

Der Wirtschaftswaise ist skeptisch, was Indexfonds angeht.

Der Finanzwesir war im Fernsehen. Langsam kann sich der Wesir mal Autogrammkarten zulegen.

Christian Kirchner empfiehlt einen Podcast mit Burton Malkiel („A random walk around Wall Street“) und fasst dabei schon mal die wichtigsten Aussagen zum passiven Anlegen zusammen: „Halte die Dinge einfach, achte auf Gebühren, lass’ die Finger von Markttiming“.

 

 

 

Heißer Investmenttip der FAZ: Günstige Aktien kaufen!

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Die „Geld & Mehr“ Rubrik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist eigentlich immer ganz lesenswert. Diesen Sonntag hatte sie aber nicht nur die übliche Mischung aus Steuertips, Verbraucherberatung und Interviews mit Fondsmanagern, sondern auch eine brandheiße Empfehlung für Kleinanleger: Man solle doch einfach Aktien kaufen, die unterbewertet sind. Und dann später, wenn die Aktien wieder ein normales Bewertungsniveau erreicht haben, mit „saftigem“ Gewinn wieder verkaufen. Diese phänomenale Strategie sei zwar schon seit einigen Jahren als sogenanntes „value investing“ erfolgreich im Einsatz, ein gewisser „Warren Buffett“ habe damit geradezu märchenhafte Gewinne erzielt. Aber viele Kleinanleger würden leider nach wie vor lieber überteuerte als billige Aktien kaufen, warum auch immer.

Aber wie findet man als Otto Normalanleger nun unterbewertete Aktien? Ganz einfach, man muss nur auf die Kennzahlen schauen. Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis und/oder Kurs-Buchwert-Verhältnis bedeute „vereinfacht gesagt“, dass Firmen unterbewertet sind. Ok, ganz so einfach ist es dann auch nicht, manchmal würden diese Kennzahlen schon auch in die Irre führen. Aber man könne ja auch einfach einen Indexfonds auf Value-Aktien kaufen.

Ich hätte da einen anderen ganz heissen Investmenttip: Breit streuen, langfristig halten, Kosten minimieren. Alles andere sind für den normalen Kleinanleger nur Nebelkerzen oder Investmentpornografie. Aber mit dieser simplen Botschaft ist es vermutlich schwierig, jeden Sonntag die Zeitungsseiten vollzubekommen.

Daytrading: Zwischenstand

ayondo

Kurzer Zwischenstand zu meinem Daytrading-Experiment: Nach den ersten Versuchen habe ich zwischenzeitlich den Anbieter gewechselt: Der Ayondo TradeHub, eine Empfehlung in den Kommentaren, hat ein deutlich moderneres Nutzerinterface als Plus500 und ist sehr viel komfortabler zu bedienen. Das Webinterface ist fensterbasiert, so dass man gleich mehrere Charts, Kurse und Positionslisten nebeneinander konfigurieren und im Blick behalten kann. Meinen Tradingerfolg hat das noch nicht wirklich beflügelt, auch wenn ich derzeit 200 virtuelle Euros im Plus stehe. Das war aber mehr Glück als Verstand, dank einer nicht rechtzeitig geschlossenen Short-Wette auf Daimler, die am nächsten Tag noch tiefer gesunken ist.

Zeit ist Geld

Zentrale Erkenntnis bislang: Daytrading läuft nicht mal nebenbei, so eine halbe Stunde in der Mittagspause oder zehn Minuten vor der Tagesschau, sondern man braucht viel Zeit und Ruhe. Da es daran derzeit mangelt, kann ich mir bislang auch noch nicht wirklich ein Urteil darüber erlauben, ob das ganze Sinn und Verstand hat oder ein reines Lotteriespiel ist. Aber ich bleibe dran.

 

Das Lesen der Anderen: April 2016

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Die traditionelle Zusammenstellung lesenswerter Artikel aus den letzten vier Wochen:

Der Finanzkoch lernt von seinem Hamster. Merke: Hamster wollen nicht finanziell unabhängig werden!

Marijan hat seine Number26 Kreditkarte im USA-Urlaub genutzt. Hat fast alles geklappt, aber eben nur fast. Eine, besser zwei Kreditkarten als Backup sollte man im Ausland generell immer dabei haben. In diesem Zusammenhang: Die DKB schafft gerade die kundenfreundliche Regelung ab, nach der für die DKB-Visa auch Fremdgebühren vom Automatenbetreiber erstattet werden, wie sie in den USA leider üblich sind.

Der Finanzwesir befragt einen „echten“ Venture Capital Geber zum Thema Crowdinvesting. Und der ist eher skeptisch. Ich hatte hier ja schon mal meine Bedenken zu dem Thema kundgetan.

Also doch lieber in langweilige ETF investieren? Schon etwas älter ist der Artikel von Zendepot über undurchsichtige Indexfonds, die gerne mal spontan die Spielregeln ändern. Ich hatte gerade ein ähnliches Thema beim db x-Trackers ETF auf den Euro Stoxx 50. Der Couponschneider mag generell keine Indexfonds und entfacht damit eine erwartbar hitzige Diskussion in den Kommentaren.

Ok, dann doch lieber Immobilien: Christian Kirchner rechnet nach, dass Immobilien unterm Strich heute nicht teurer sind als vor 10 Jahren. Faktisch sind die Preise zwar um 80 Prozent gestiegen, aber durch das niedrige Zinsniveau kann die Durchschnittsfamilie nach wie vor mit einem Drittel ihres Einkommens die Beispielimmobilie nach 25 bis 30 Jahren abbezahlen.

Oder statt langweiligem Betongold mal was ganz wildes? Wie wäre es mit „Equity for Punks“.

Daytrading – Los gehts

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Mein Experiment hat begonnen: Ab jetzt bin ich Daytrader und habe alle meine Anlageprinzipien über Bord geworden. Allerdings nur virtuell, echtes Geld lege ich weiterhin erstmal lieber in Dividendenwerte oder Indexfonds an.

Qual der Wahl

Das Demokonto beim Anbieter Plus500 ist eröffnet, und die ersten Trades sind gemacht. In dem Wust von Möglichkeiten musste ich erstmal entscheiden, in was ich überhaupt investieren will. Beim Plus500 kann man auf alles mögliche wetten, vom Erdölpreis über die Entwicklung finnischer Aktienwerte bis hin zum Kurs des Schweizer Franken.

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Das Daytrading-Experiment

daytrade

Daytrading ist so ziemlich das genaue Gegenteil der buy-and-hold Strategie, die hier im Blog immer postuliert wird: Der Daytrader spekuliert nicht auf Dividendenzahlungen oder langfristige Gewinne, sondern will vom minütlichen Auf und Ab der Kurse profitieren. Er kauft und verkauft den Tag über und stellt bis Börsenschluss alle Positionen wieder glatt, so dass es am nächsten Morgen wieder von vorne losgehen kann.

Was soll das?

Wie wir alle wissen, funktioniert Daytrading nicht. Statistische Untersuchungen belegen regelmäßig, dass über achzig Prozent aller Daytrader auf lange Sicht Verluste machen. Das erscheint auch logisch: Nach der Random Walk Theorie bewegen sich Aktienmärkte im Tagesverlauf absolut zufällig und können nicht vorhergesagt werden. Daraus folgt vereinfacht, dass ich mit mit jedem Trade (Kauf/Verkauf) eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit habe, Gewinn zu machen. Unterm Strich müssten Daytrader also bei einer schwarzen Null rauskommen, weil die Hälfte der Transaktionen einen Gewinn bringt, und die andere Hälfte Verluste verursacht.

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