Das Lesen der Anderen: Mai 2016

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Der monatliche Rückblick auf lesenswerte Artikel aus dem Finanzbereich:

Schon etwas älter, aber erst kürzlich entdeckt: Ein langes Porträt über Mr. Money Mustache im New Yorker. Auch wenn ich nicht alle Ansichten von Herrn Geldbart teile, ist Mr. Money Mustache der Auslöser für dieses Blog und meine Beschäftigung mit Finanzieller Unabhängigkeit gewesen.

Rico kauft Aktien nur wenn sie teuer sind  😉

Thomas Fricke rechnete mit dem Mantra von Globalisierung und Marktliberalisierung ab.

Der Wirtschaftswaise ist skeptisch, was Indexfonds angeht.

Der Finanzwesir war im Fernsehen. Langsam kann sich der Wesir mal Autogrammkarten zulegen.

Christian Kirchner empfiehlt einen Podcast mit Burton Malkiel („A random walk around Wall Street“) und fasst dabei schon mal die wichtigsten Aussagen zum passiven Anlegen zusammen: „Halte die Dinge einfach, achte auf Gebühren, lass’ die Finger von Markttiming“.

 

 

 

Heißer Investmenttip der FAZ: Günstige Aktien kaufen!

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Die „Geld & Mehr“ Rubrik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist eigentlich immer ganz lesenswert. Diesen Sonntag hatte sie aber nicht nur die übliche Mischung aus Steuertips, Verbraucherberatung und Interviews mit Fondsmanagern, sondern auch eine brandheiße Empfehlung für Kleinanleger: Man solle doch einfach Aktien kaufen, die unterbewertet sind. Und dann später, wenn die Aktien wieder ein normales Bewertungsniveau erreicht haben, mit „saftigem“ Gewinn wieder verkaufen. Diese phänomenale Strategie sei zwar schon seit einigen Jahren als sogenanntes „value investing“ erfolgreich im Einsatz, ein gewisser „Warren Buffett“ habe damit geradezu märchenhafte Gewinne erzielt. Aber viele Kleinanleger würden leider nach wie vor lieber überteuerte als billige Aktien kaufen, warum auch immer.

Aber wie findet man als Otto Normalanleger nun unterbewertete Aktien? Ganz einfach, man muss nur auf die Kennzahlen schauen. Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis und/oder Kurs-Buchwert-Verhältnis bedeute „vereinfacht gesagt“, dass Firmen unterbewertet sind. Ok, ganz so einfach ist es dann auch nicht, manchmal würden diese Kennzahlen schon auch in die Irre führen. Aber man könne ja auch einfach einen Indexfonds auf Value-Aktien kaufen.

Ich hätte da einen anderen ganz heissen Investmenttip: Breit streuen, langfristig halten, Kosten minimieren. Alles andere sind für den normalen Kleinanleger nur Nebelkerzen oder Investmentpornografie. Aber mit dieser simplen Botschaft ist es vermutlich schwierig, jeden Sonntag die Zeitungsseiten vollzubekommen.

Daytrading: Zwischenstand

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Kurzer Zwischenstand zu meinem Daytrading-Experiment: Nach den ersten Versuchen habe ich zwischenzeitlich den Anbieter gewechselt: Der Ayondo TradeHub, eine Empfehlung in den Kommentaren, hat ein deutlich moderneres Nutzerinterface als Plus500 und ist sehr viel komfortabler zu bedienen. Das Webinterface ist fensterbasiert, so dass man gleich mehrere Charts, Kurse und Positionslisten nebeneinander konfigurieren und im Blick behalten kann. Meinen Tradingerfolg hat das noch nicht wirklich beflügelt, auch wenn ich derzeit 200 virtuelle Euros im Plus stehe. Das war aber mehr Glück als Verstand, dank einer nicht rechtzeitig geschlossenen Short-Wette auf Daimler, die am nächsten Tag noch tiefer gesunken ist.

Zeit ist Geld

Zentrale Erkenntnis bislang: Daytrading läuft nicht mal nebenbei, so eine halbe Stunde in der Mittagspause oder zehn Minuten vor der Tagesschau, sondern man braucht viel Zeit und Ruhe. Da es daran derzeit mangelt, kann ich mir bislang auch noch nicht wirklich ein Urteil darüber erlauben, ob das ganze Sinn und Verstand hat oder ein reines Lotteriespiel ist. Aber ich bleibe dran.

 

Das Lesen der Anderen: April 2016

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Die traditionelle Zusammenstellung lesenswerter Artikel aus den letzten vier Wochen:

Der Finanzkoch lernt von seinem Hamster. Merke: Hamster wollen nicht finanziell unabhängig werden!

Marijan hat seine Number26 Kreditkarte im USA-Urlaub genutzt. Hat fast alles geklappt, aber eben nur fast. Eine, besser zwei Kreditkarten als Backup sollte man im Ausland generell immer dabei haben. In diesem Zusammenhang: Die DKB schafft gerade die kundenfreundliche Regelung ab, nach der für die DKB-Visa auch Fremdgebühren vom Automatenbetreiber erstattet werden, wie sie in den USA leider üblich sind.

Der Finanzwesir befragt einen „echten“ Venture Capital Geber zum Thema Crowdinvesting. Und der ist eher skeptisch. Ich hatte hier ja schon mal meine Bedenken zu dem Thema kundgetan.

Also doch lieber in langweilige ETF investieren? Schon etwas älter ist der Artikel von Zendepot über undurchsichtige Indexfonds, die gerne mal spontan die Spielregeln ändern. Ich hatte gerade ein ähnliches Thema beim db x-Trackers ETF auf den Euro Stoxx 50. Der Couponschneider mag generell keine Indexfonds und entfacht damit eine erwartbar hitzige Diskussion in den Kommentaren.

Ok, dann doch lieber Immobilien: Christian Kirchner rechnet nach, dass Immobilien unterm Strich heute nicht teurer sind als vor 10 Jahren. Faktisch sind die Preise zwar um 80 Prozent gestiegen, aber durch das niedrige Zinsniveau kann die Durchschnittsfamilie nach wie vor mit einem Drittel ihres Einkommens die Beispielimmobilie nach 25 bis 30 Jahren abbezahlen.

Oder statt langweiligem Betongold mal was ganz wildes? Wie wäre es mit „Equity for Punks“.

Daytrading – Los gehts

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Mein Experiment hat begonnen: Ab jetzt bin ich Daytrader und habe alle meine Anlageprinzipien über Bord geworden. Allerdings nur virtuell, echtes Geld lege ich weiterhin erstmal lieber in Dividendenwerte oder Indexfonds an.

Qual der Wahl

Das Demokonto beim Anbieter Plus500 ist eröffnet, und die ersten Trades sind gemacht. In dem Wust von Möglichkeiten musste ich erstmal entscheiden, in was ich überhaupt investieren will. Beim Plus500 kann man auf alles mögliche wetten, vom Erdölpreis über die Entwicklung finnischer Aktienwerte bis hin zum Kurs des Schweizer Franken.

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Das Daytrading-Experiment

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Daytrading ist so ziemlich das genaue Gegenteil der buy-and-hold Strategie, die hier im Blog immer postuliert wird: Der Daytrader spekuliert nicht auf Dividendenzahlungen oder langfristige Gewinne, sondern will vom minütlichen Auf und Ab der Kurse profitieren. Er kauft und verkauft den Tag über und stellt bis Börsenschluss alle Positionen wieder glatt, so dass es am nächsten Morgen wieder von vorne losgehen kann.

Was soll das?

Wie wir alle wissen, funktioniert Daytrading nicht. Statistische Untersuchungen belegen regelmäßig, dass über achzig Prozent aller Daytrader auf lange Sicht Verluste machen. Das erscheint auch logisch: Nach der Random Walk Theorie bewegen sich Aktienmärkte im Tagesverlauf absolut zufällig und können nicht vorhergesagt werden. Daraus folgt vereinfacht, dass ich mit mit jedem Trade (Kauf/Verkauf) eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit habe, Gewinn zu machen. Unterm Strich müssten Daytrader also bei einer schwarzen Null rauskommen, weil die Hälfte der Transaktionen einen Gewinn bringt, und die andere Hälfte Verluste verursacht.

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DKB Visa: keine Erstattung von Fremdgebühren mehr

Geld

Ein Konto bei der Deutschen Kreditbank (DBK) ist von den Konditionen her ziemlich unschlagbar: kostenlose Kontoführung, kostenlose Kreditkarte, kostenlos weltweit Geld abheben, und vergleichsweise attraktive Zinsen für das Guthabenkonto.

Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Bonbon: die DKB verlangt beim Geldabheben mit der Visakarte im Ausland nicht nur keine Gebühren, sondern erstattet auf Anfrage auch die sogenannten „Fremdgebühren“, die z.B. in den USA fast jeder Automat nochmal zusätzlich draufschlägt. Diese Fremdgebühren funktionieren in der Regel so, dass der Automat z.B. nur 100 Dollar auszahlt, aber tatsächliche eine Abhebung von 102 Dollar verbucht. Auf dem Display steht dann meistens was von einer „surcharge additional to any fee your financial institution may charge“. Die Erstattung bei der DKB war immer sehr unkompliziert, einfach per Nachricht im Onlinebanking.

Mit Wirkung zum 1. Juni schafft die DKB diese kundenfreundliche Regelung leider ab. Ob das aus Marketingsicht so schlau ist, sei dahingestellt. Mit der Regelung hatte die DKB ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das bei den meisten Kunden vermutlich kaum nennenswerte Kosten verursacht hat. Ich habe in meinen über zehn Jahren als DKB-Kunde vielleicht zwanzig Dollar über diese Regelung erstattet bekommen, mich aber jedes Mal darüber gefreut, und natürlich auch jedem davon erzählt, wie kundenfreundlich diese Bank ist.

Insgesamt ist die DKB allerdings immer noch sehr konkurrenzfähig. Die Guthabenzinsen für das Kartenkonto werden zum 1. Juni zwar auch nochmal gesenkt, sind aber mit dann 0,6% immer noch besser als bei den meisten deutschen Konkurrenten. Und auch bei   anderen Banken dreht man an den Konditionen, weil sich kostenlose Girokonten im aktuellen Niedrigzinsumfeld für die Anbieter kaum noch rechnen.