DKB Visa: keine Erstattung von Fremdgebühren mehr

Ein Konto bei der Deutschen Kreditbank (DBK) ist von den Konditionen her ziemlich unschlagbar: kostenlose Kontoführung, kostenlose Kreditkarte, kostenlos weltweit Geld abheben, und vergleichsweise attraktive Zinsen für das Guthabenkonto.

Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Bonbon: die DKB verlangt beim Geldabheben mit der Visakarte im Ausland nicht nur keine Gebühren, sondern erstattet auf Anfrage auch die sogenannten „Fremdgebühren“, die z.B. in den USA fast jeder Automat nochmal zusätzlich draufschlägt. Diese Fremdgebühren funktionieren in der Regel so, dass der Automat z.B. nur 100 Dollar auszahlt, aber tatsächliche eine Abhebung von 102 Dollar verbucht. Auf dem Display steht dann meistens was von einer „surcharge additional to any fee your financial institution may charge“. Die Erstattung bei der DKB war immer sehr unkompliziert, einfach per Nachricht im Onlinebanking.

Mit Wirkung zum 1. Juni schafft die DKB diese kundenfreundliche Regelung leider ab. Ob das aus Marketingsicht so schlau ist, sei dahingestellt. Mit der Regelung hatte die DKB ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das bei den meisten Kunden vermutlich kaum nennenswerte Kosten verursacht hat. Ich habe in meinen über zehn Jahren als DKB-Kunde vielleicht zwanzig Dollar über diese Regelung erstattet bekommen, mich aber jedes Mal darüber gefreut, und natürlich auch jedem davon erzählt, wie kundenfreundlich diese Bank ist.

Insgesamt ist die DKB allerdings immer noch sehr konkurrenzfähig. Die Guthabenzinsen für das Kartenkonto werden zum 1. Juni zwar auch nochmal gesenkt, sind aber mit dann 0,6% immer noch besser als bei den meisten deutschen Konkurrenten. Und auch bei   anderen Banken dreht man an den Konditionen, weil sich kostenlose Girokonten im aktuellen Niedrigzinsumfeld für die Anbieter kaum noch rechnen.

Festgeld: Weltsparwochen bei NIBC Direct

Vor einem halben Jahr hatte ich bei der NIBC Direct Bank ein Festgeld-Konto eröffnet. Bislang kein Grund zur Klage: die Abwicklung war soweit einwandfrei und das Online-Banking ist unkompliziert. Wer gerade auf der Suche ist nach einer Anlagemöglichkeit, um sein Geld zwischenzuparken: Bei NIBC sind bis 16. November „Weltsparwochen“ und es gibt für Festgeld mit neun Monaten Laufzeit 1,4 Prozent Zinsen. Das im Vergleich zu aktuellen Marktkonditionen ziemlich gut, selbst mit 12 Monaten Laufzeit gibt es kaum höhere Zinsen, es sei denn man vertraut auf Banken mit bulgarischer oder kroatischer Einlagensicherung.

Los Wochos

Der Aktionszins gilt auch für Bestandskunden, was bei Aktionen anderer Banken leider nicht so selbstverständlich ist. Ich mag es, wenn eine Bank die eigenen Kunden zu schätzen weiss und sich nicht nur auf Neukundenakquise stürzt.

Die NIBC Direct kommt aus Holland und unterliegt nicht der deutschen, sondern der niederländischen Einlagensicherung. Für mich ist das ein vertretbares Risiko, für Finanztip auch.

Wegen ein paar Promille mehr Zinsen macht es sicher keinen Sinn, die Bank zu wechseln, insbesondere wenn es wie hier ein Aktionszins mit begrenztem Zeitraum ist. Aber wer eh gerade auf der Suche nach einem Festgeldanbieter ist, sollte sich NIBC Direct mal anschauen, denn auch die regulären Konditionen sind sehr konkurrenzfähig.

Neues Girokonto – und dazu das „modernste Europas“: Number26

Fintechs, also Startup-Unternehmen aus der Finanzbranche, sind im Moment schwer angesagt. Eines der am meisten gehypten Startups ist derzeit Number26, spätestens seit Paypal Gründer Peter Thiel eingestiegen ist. Number26 wirbt damit, „Europas modernstes Girokonto“ anzubieten. Bei so einem vollmundigen Versprechen kann ich natürlich nicht nein sagen und muss das ganze dringend ausprobieren.

Bank Run

An ein solches Konto der Zukunft zu kommen ist im Moment gar nicht so einfach, da Number26 nur Schritt für Schritt neue Kunden aufnimmt und die Nachfrage deutlich größer ist. Man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen, die ihren Namen durchaus verdient – angeblich beträgt die Wartezeit derzeit über sieben Wochen. Um den Hype noch weiter anzuheizen, kann man seinen Wartelistenplatz verbessern, indem man Freunde wirbt, sich ebenfalls auf die Warteliste setzen zu lassen. Eine komfortable Situation: Die Konkurrenz schmeisst mit Neukundenprämien von 100 EUR und mehr um sich, bei Number26 drängen sich die Kunden freiwillig vor dem Türsteher. Netterweise hat Chris vom Geldexperimente-Blog mit einem Invite das ganze für mich beschleunigt.

Mehr lesen

Neues Festgeldkonto: NIBC Direct

Nach dem letzten Beitrag zum Thema Festgeld vor zwei Monate ist das Zinsniveau nochmal ein Stück runtergegangen – wenn das so weitergeht sind wir demnächst tatsächlich bei Negativzinsen. Ich weiß was Sie jetzt denken: „Dividenden sind die neuen Zinsen„,  das liest man ja schließlich gerade überall. Also raus aus Festgeld und Tagesgeld und alles in Dividendenpapiere? Scheint das Gebot der Stunde zu sein, aber mit jedem Artikel in Handelsblatt, Spiegel oder Bildzeitung, der dieses neue Mantra postuliert, werd ich das mulmige Gefühl nicht los, dass wir uns einer Dienstmädchenhausse gefährlich nähern.

Also lieber doch nicht alles in Aktien investieren, sondern für das verbleibende Cash zumindest die mickrigen Zinsen sichern, bevor wir bei Nullzinsen angelangt sind.

Mehr lesen

Schiffe Versenken beim Online-Banking: Die i-TAN Card

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Verfahren, um Online-Banking sicherer zu machen. Neben dem üblichen Nutzernamen und Passwort zum Login auf der Website wird in der Regel immer auch eine Transaktionsnummer (TAN) abgefragt, um z.B. eine eine Überweisung oder einen Aktienkauf zu bestätigen. Früher ging das über eine TAN-Liste, bei der eine beliebige Nummer von der Liste genommen werden konnte. Mittlerweile sind die meisten Anbieter zu indizierten TAN-Listen (iTAN) übergegangen, bei denen man aufgefordert wird, eine ganz bestimmte Nummer von der Liste einzutippen. Moderner als diese Papierlisten kommen kommen Mobile-TANs rüber, die per SMS aufs Handy geschickt werden. Noch James-Bond-artiger sind e-TAN oder Smart-TAN Verfahren, die mit einem eigenen kleinen Gerät funktionieren. Auf diesem Mini-Taschenrechner muss man meist eine Ausgangsnummer eingeben und die angezeigte Bestätigungsnummer dann ins Online Banking eingeben. Das mag zwar sicherer sein, durch das Hin- und Her der Zahlen zwischen TAN Generator und Website aber nicht mehr ganz so komfortabel und anfällig für Fehleingaben.

Das nutzerunfreundlichste Verfahren das ich bisher gesehen habe, setzt die pbb direkt für ihr Online-Banking ein, und geht wieder zurück zum Papier: die sog. i-TAN Card. Eine kleinbedruckter scheckkartengroßer Zettel mit einer Tabelle, bei dem man Schiffe-Versenken-artig  (A3 – daneben, C4 – daneben, B5 – Treffer!) drei verschiedene Tabellenzellen identifizieren muss, in der dann jeweils eine Kombination von Zahlen und Buchstaben eingedruckt ist. Diese baut man zusammen und tippt sie zur Bestätigung einer Transaktion ins Online-Banking ein.

i-TAN Card

Wo sind die Schiffe versteckt?

Die i-TAN Card ist lt. Anbieter „eine noch höhere Sicherheitsstufe nach dem neuesten Stand der Technik“. Man benötigt keine technischen Zusatzgeräte, braucht nicht ständig neue TAN-Listen und hat immer alles auf einer kleinen Karte dabei. Vor allem aber ist das ganze aber extrem umständlich, die gefühlte Fehleranfälligkeit liegt bei 50%, wenn man mal wieder irgendeine der Kleinbuchstaben oder Ziffern falsch abgelesen hat, oder einmal kurz in Spalte oder Zeile verrutscht ist.