Aktuelle Dividendenrenditen von Vanguard Indexfonds

Ich hatte ja schon vor Jahren festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, die Dividendenrendite eines ETF zu ermitteln. Was schade ist, denn für uns passive Investoren sind Dividenden ja der neue Zins, und daher ein wichtiges Kriterium für die Geldanlage.

Mittlerweile hat sich die Situation ein wenig gebessert: Anbieter wie Vanguard listen nicht nur die konkreten Ausschüttungszahlungen ihrer Fonds auf der Homepage, sondern auch die daraus errechnete prozentuale Rendite. Bei Vanguard heisst das dann z.B. „historisch Rendite per Schlusskurs“, bei iShares schlicht „Ausschüttungsrendite“. Bei JustETF ist die Dividendenrendite immer noch ein kostenpflichtiges Premium-Extra. Dafür gibt es auf ExtraETF.com diesen Wert auch kostenlos.

Was (mir) nach wie vor aber nicht so ganz transparent ist, ist die Frage, wie diese Rendite jeweils berechnet wird. Das ist gar nicht mal so trivial, da die Ausschüttungen nicht immer regelmäßig erfolgen, teilweise erfolgen sie in Dollar und müssen umgerechnet werden, und der Bezugszeitraum ist unklar.

Jetzt helfe ich mir selbst

Hilft also nix, eine Excel-Tabelle muss her, um das ganze selber nachzurechnen. Die Frage die ich beantworten will lautet:

„Wenn ich heute Indexfonds X kaufe zum Preis von Y, wieviel Prozent Dividendenrendite kann ich erwarten auf Basis der vergangenen Performance“

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Das Dividenden-Füllhorn von Rio Tinto

Rio Tinto gehört zu den größten Dividendenzahlern in meinem Portfolio. Allerdings zeigt das Unternehmen auch, wie risikoreich das Investieren in Hochdividendentitel sein kann.

Als ich 2015 die ersten Anteile gekauft habe, lag die Dividendenrendite bei über fünf Prozent, und das Unternehmen versprach, weiterhin eine „progressive dividend policy“ zu verfolgen, also die Dividenden  kontinuierlich zu erhöhen. Das klang zu gut, um wahr zu sein. Und leider war es das auch. Nach einem katastrophalen Jahr hatte Rio Tinto 2016 die Dividende drastisch gekürzt und sich von dem Versprechen einer kontinuierlichen Erhöhung verabschiedet. Der Kurs hatte sich in der Zwischenzeit fast halbiert.

Glücklicherweise hab ich damals nicht das Handtuch geworfen, sondern im Gegenteil nochmal nachgekauft, da ich vom fundamentalen Wert des Unternehmens weiterhin überzeugt war. Und siehe da, nicht nur der Kurs hat sich wieder deutlich erholt, auch die Dividende ist kräftig gestiegen. Dieses Jahr gibt es neben der „üblichen“ Dividende noch eine Sonderzahlung an die Aktionäre durch den Verkauf einiger Minen. Was insgesamt zu sagenhaften 12 Prozent Ausschüttungsrendite auf meinen Einstandspreis führt. Allerdings vor Steuern, nach Steuern sind es 9 Prozent. Und gerechnet auf den heutigen, deutlich höheren Aktienkurs liegt die Ausschüttung bei immer noch respektablen 6,9 Prozent.

Linke Tasche rechte Tasche

Nun ist die Ausschüttung von Gewinnen, und insbesondere die Ausschüttung durch den Verkauf von Firmenwerten eigentlich ein Nullsummenspiel: Der Aktionär erhält zwar Geld ausgezahlt, dafür ist der Wert des Unternehmens um genau diesen Betrag gesunken. Gerade die verkauften Minen werden zukünftig ja nicht mehr zum Gewinn des Unternehmens beitragen.

Und genau das ist auch passiert: Am ex dividend Tag Anfang März, also dem Stichtag für die Dividendenausschüttung, ist der Aktienkurs von Rio um über neun Prozent abgestürzt. Aber siehe da, keine sechs Wochen später hat der Kurs sich nicht nur erholt, sondern den Stand vor Dividendenabzug sogar deutlich überschritten. Linke Dividendentasche und rechte Unternehmenswerttasche beide prall gefüllt, so kann das gerne weitergehen.

Kursverlauf Rio Tinto plc

 

Achterbahn fahren mit CVS Health

Ein Problem beim passiven Investieren mit Indexfonds ist, dass das so schrecklich langweilig ist. Einmal den Wertpapiersparplan angelegt, guckt man die nächsten Jahrzehnte nur noch dem Depot beim Wachsen zu, was leider oft nicht sehr viel schneller geht als bei Gras.

Für den Nervenkitzel kaufe ich daher ab und zu immer noch Einzelaktien. Der damit verbundene eher durchwachsene Erfolg ist zum einen sehr heilsam, weil er mir immer wieder beweist, dass Indexfonds doch der Weisheit letzter Schluss sind. Zum anderen nimmt mich die eine oder andere Aktie auf eine emotionale Achterbahnfahrt mit, die mein bescheidenes Teilzeitinvestorleben mit, äh, Leben füllt.

Adrenalin bitte

Nehmen wir meinen letzten Einzelkauf, die amerikanische Drogeriekette CVS Health: Ein grundsolides Unternehmen mit kontinuerlichem Wachstum, tätig im Megatrendbereich Healthcare, mit glänzenden Aussichten für die Zukunft. Dazu stetig steigende Dividenenausschüttungen, mit besten Aussichten, ein Dividendenaristokrat zu werden. Empfohlen von allen namhaften und nicht so namhaften Dividendenblogs, was soll da schon schiefgehen. Dazu war die Aktie billig zu haben, weil sie von ihrem Allzeithoch von über 100 Euro ein Viertel zurückgekommen ist. Also beherzt zugegriffen, im März 2017 für 76 Euro das Stück.

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Kostspielige Sachdividenden bei Xerox

conduent

Ich sollte öfters mal mein Depot kontrollieren. Also nicht meine Google Docs Übersicht, sondern das echte Depot bei der Bank. Bin nämlich seit Januar stolzer Besitzer von Aktien der Firma Conduent. Condu-was? Genau, nie gehört, ist aber auf einmal in meinem Depot vorhanden. Des Rätsels Lösung: Xerox, eine Depotleiche aus Dot.com Zeiten in meinem Portfolio, hat sich vemehrt, bzw. gespalten. Die einen machen weiterhin Drucker und heissen immer noch Xerox, die neuen Kids on the Block machen „business process outsourcing“ und hören auf den schicken Namen Conduent (das ist wie mit den Wandervögeln, die einen wollen jetzt nur noch wandern…).

Eigentlich eine triviale Geschichte und ein Nullsummenspiel: Statt 1.000 EUR Anteilen an einer Firma hat man jetzt 700 EUR Anteil an der Ursprungsfirma, die jetzt ohne die Abspaltung natürlich weniger wert ist, und 300 EUR an der neuen Ausgründung, macht also immer noch 1.000 EUR. Nichts gewonnen und nichts verloren, keiner zu Schaden gekommen. Wenns gut läuft entwickeln sich beide Firmen unabhängig voneinander besser als vorher zusammen, das wird die Zukunft zeigen.

Zwei Stück Torte

Spannend ist allerdings die Sichtweise des deutschen Fiskus: Weil die Anteile der neuen Firma an die Aktionäre verteilt wurden, gilt das steuerlich als Sachdividende und ist eine steuerpflichtige Einnahme. Man muss sich das mal bildlich vorstellen: Das ist ungefähr so als wenn ich einen Torte habe und die in zwei Teile teile, und das Finanzamt dann sagt: jetzt hast du ja zwei Stück Torte und damit eins mehr als vorher, also einen geldwerten Vorteil, bitte das zweite Stück versteuern.

Aufgefallen ist mir die ganze Geschichte erst dadurch, dass die Dividendenzahlung von Daimler dieses Jahr geringer ausgefallen ist als letztes Jahr. Daimler hat die Dividende zwar stabil gehalten, aber dieses Jahr war mein Freibetrag für die Kapitalertragssteuer dank der „Sachdividende“ von Xerox schon zu einem großen Teil ausgeschöpft, so dass effektiv weniger auf meinem Konto ankam.

Einziger Trost: die Kursentwicklung bei Xerox und Conduent war bislang ganz erfreulich: Aus 1.000 EUR Xerox Aktien vom 1. Januar sind jetzt 811 EUR in Xerox und 372 EUR in Conduent Aktien geworden, also ein Gewinn von gut 18 Prozent in drei Monaten – diesen Gewinn darf ich dann natürlich auch nochmal versteuern, wenn ich die Aktien später verkaufe.

Handlungsbedarf bei Dividenden und US Quellensteuer?

Steuerberechnung

Da hatten mir die Kollegen Finanzrocker und Finanzwesir mit ihrem Podcast zu Dividendenaktien doch kurzzeitig einen Schrecken eingejagt: Nein, nicht die rigorose Ablehnung der Dividendenstrategie durch den Finanzwesir hat mich erschrocken – auch ein Wesir darf sich schließlich mal irren 😉

Aufschrecken ließ mich die Anmerkung des Finanzrockers, dass man bei seiner Bank einen „Rabatt“ auf die Quellensteuer für US-Aktien beantragen muss bzw. kann. Und dann statt 30% nur noch 15% Quellensteuer zahlt.

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Indexfonds – Wo ist meine Ausschüttung?

Ich hatte hier schon einmal beschrieben, dass das Ausschüttungsverhalten von Indexfonds erstaunlich intransparent ist. Wann genau wieviel an die Anleger ausgeschüttet wird, scheint im Ermessen des Anbieters zu liegen, der das Prozedere auch gerne mal spontan ändert.

Für den ETF von db x-trackers auf den EuroStoxx 50 (DBX1EU) gab es beispielsweise im Jahr 2014 eine saftige Auszahlung von über einem Euro pro Anteilsschein. 2015 kam dann im April nur eine Mini-Ausschüttung von 4 Cent. Ich dachte eigentlich, dass das nur eine vorläufige Ausschüttung sein kann und am Jahresende dann nochmal ein kräftiger Nachschlag kommt. Aber nichts da, die Monate zogen ins Land und kein weiterer Euro wurde überwiesen.

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Das Lesen der Anderen: Dezember

Zum Jahresabschluss noch einmal „Das Lesen der Anderen“ – eine Übersicht der spannendsten Beiträge aus der Finanzblogszene im Dezember:

Chris analysiert bei Finanziell Umdenken die Dividendenentwicklung des amerikanischen S&P 500 Index seit 1871.  Und kommt zu dem Ergebnis, dass die Dividendenzahlungen schon mal um bis zu 50% einbrechen können, selbst bei einem marktbreiten Index wie dem S&P 500.

Der Pipeline-Betreiber Kinder Morgan, einer der Lieblinge amerikanischer Dividendenblogger, hat überraschend seine Dividende um 75% gekürzt. Was die Dividend Diplomats kalt erwischt und ihre Finanzplanung über den Haufen geworfen hat. Artikel dieser Art werden wir vermutlich noch häufiger zu lesen bekommen, falls Dividendenwerte wie Shell, BHP Billiton oder Rio Tinto die Reißleine ziehen müssen aufgrund der anhaltenden Krise der Rohstoffpreise.

Der Privatier erzählt vom Krieg wie man in den Achziger Jahren Geld an der Börse angelegt hat: Mit gedruckten Kurslisten in der Zeitung, Aktienscharts auf Millimeterpapier und hosenträgertragenden Bankangestellten.

Christian Kirchner stellt fest, dass nicht der richtige Verkaufszeitpunkt das Problem ist, sondern der Wiedereinstieg. Kann ich alles genau so unterschreiben. Markttiming funktioniert nicht, auch wenn ich das selber gerne immer wieder ignoriere. Zumindest beschränke ich mein Markttiming aufs Kaufen, Gewinnmitnahmen mache ich aus den hier geschilderten Gründen in der Regel nicht.

In der brand eins schildert Henri Müller von seiner jahrzehntelangen Odysee durch die Untiefen der Altersvorsorge,  bei der er so ziemlich jeden Fehler gemacht hat den man machen kann.