Wie hoch ist eigentlich mein „Net Worth“?

1000 Reichsmark Schein

In den USA ist es durchaus nicht ungewöhnlich, jemanden nach seinem Net Worth zu fragen, oder sich für den Net Worth von Prominenten zu interessieren. Gemeint ist damit das Vermögen nach Abzug von Schulden, d.h. wie reich jemand in Dollar gerechnet genau ist.

In Deutschland ist so eine schnöde Reduzierung eines Menschen auf einen Eurobetrag natürlich viel zu profan, abgesehen davon dass man hier eh nicht so gerne über Geld spricht. Nichtsdestotrotz wissen die meisten Aktiven in der Finanzblogcommunity vermutlich sehr genau, wie hoch ihr derzeitiger Net Worth ist, Google Docs oder anderen Finanztools sei Dank. Minutiös werden da das Depot, die Dividendeneinnahmen und die Sparkonten dokumentiert und verwaltet, zwischen Vermögenswert und Verbindlichkeit sauber getrennt, um am Ende eine (hoffentlich) große Zahl stehen zu haben die das eigenen Vermögen beschreibt. Und meistens gibt es auch eine klare persönliche Zielvorgabe, bis zu welchem Zeitpunkt man welche Summe erreicht haben will, um dann idealerweise in die Frührente zu gehen.

Da mein eigenes Depot diesen Monat eine psychologisch wichtige Schwelle genommen hat, fiel mir auf, dass bei einer solchen Betrachtung des Net Worth ein kleiner Denkfehler besteht, und real das ganze leider etwas weniger prächtig aussieht. Denn mein Depot gehört leider nicht vollständig mir, sondern zu einem nicht unwesentlichen Teil dem Finanzamt.

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Kauf: CVS Health

Wertpapier Kauf

Nach langer Zeit mal wieder ein Einzelinvestment. Nachdem die DKB ihre Tagesgeldzinsen jetzt auf 0,2% senkt, muss zum Ausgleich mal ein Dividendenwert her 🙂 Die Wahl fiel auf: CVS Health, WKN 859034, zu 75,85 EUR pro Stück.

Wer schon mal in Amerika war, kennt vermutlich auch CVS Health. Die Drogeriekette, eine Mischung aus Rossmann, DocMorris und Edeka, hat landesweit überall Filialen, und wo immer ich mal bei einem CVS war, war das ein prima Einkaufserlebnis. Das mag ich als Investor, wenn mich das Unternehmen auch als Kunde begeistert. Ich besitze sogar eine Kundenkarte von CVS, denn ohne die gibts keine Sonderangebote im Geschäft. Die Retail-Sparte von CVS ist aber schon lange nicht mehr der einzige Umsatzbringer. Mittlerweile betreibt man auch eine Kette von ambulanten Kliniken, eine Versandapotheke und einen sogenannten Pharmacy Benefit Manager. Letzteres ist eine Besonderheit des amerikanischen Gesundheitssystems, eine Art Einkaufsgemeinschaft für Arzneimittel, die die Versorgung von Patienten im Auftrag von Krankenversicherungen übernimmt und Rabatte aushandelt.

Ausführlichere Analysen von CVS gibts z.B hier, hier und hier.

CVS Kundenkarte

CVS war eine Zeit lang der Darling der Dividendeninvestoren. Die Dividendenrendite liegt derzeit bei rund 2,5 Prozent, und die Dividende ist seit 2006 jedes Jahr im Schnitt um ein Viertel angehoben worden. Die Ausschüttungsquote ist immer noch vergleichsweise niedrig, so dass dadurch noch einige Luft nach oben ist. Allerdings ist die Aktie in den letzten Monaten stark unter Druck geraten und hat über ein Drittel an Wert eingebüßt.  Grund ist u.a. die Ungewissheit, wie es mit der Trump-Regierung im Gesundheitssystem weitergeht. Außerdem ist mit der fusionierten Walgreens Boots Alliance ein starker Wettbewerber im Markt, und die vormals sehr profitable Pharmacy Benefits Management Sparte steht unter Druck.

Ob das jetzt ein Griff ins fallende Messer ist oder eine gute Einstiegschance, weiß man leider immer erst hinterher. I keep you posted.

Disclaimer:

Die Inhalte dieser Website stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sämtliche Aussagen und Einschätzungen basieren auf der persönlichen Meinung des Autors und sind explizit keine Anlageberatung.

Heißer Investmenttip der FAZ: Günstige Aktien kaufen!

Die „Geld & Mehr“ Rubrik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist eigentlich immer ganz lesenswert. Diesen Sonntag hatte sie aber nicht nur die übliche Mischung aus Steuertips, Verbraucherberatung und Interviews mit Fondsmanagern, sondern auch eine brandheiße Empfehlung für Kleinanleger: Man solle doch einfach Aktien kaufen, die unterbewertet sind. Und dann später, wenn die Aktien wieder ein normales Bewertungsniveau erreicht haben, mit „saftigem“ Gewinn wieder verkaufen. Diese phänomenale Strategie sei zwar schon seit einigen Jahren als sogenanntes „value investing“ erfolgreich im Einsatz, ein gewisser „Warren Buffett“ habe damit geradezu märchenhafte Gewinne erzielt. Aber viele Kleinanleger würden leider nach wie vor lieber überteuerte als billige Aktien kaufen, warum auch immer.

Aber wie findet man als Otto Normalanleger nun unterbewertete Aktien? Ganz einfach, man muss nur auf die Kennzahlen schauen. Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis und/oder Kurs-Buchwert-Verhältnis bedeute „vereinfacht gesagt“, dass Firmen unterbewertet sind. Ok, ganz so einfach ist es dann auch nicht, manchmal würden diese Kennzahlen schon auch in die Irre führen. Aber man könne ja auch einfach einen Indexfonds auf Value-Aktien kaufen.

Ich hätte da einen anderen ganz heissen Investmenttip: Breit streuen, langfristig halten, Kosten minimieren. Alles andere sind für den normalen Kleinanleger nur Nebelkerzen oder Investmentpornografie. Aber mit dieser simplen Botschaft ist es vermutlich schwierig, jeden Sonntag die Zeitungsseiten vollzubekommen.

Daytrading: Zwischenstand

Kurzer Zwischenstand zu meinem Daytrading-Experiment: Nach den ersten Versuchen habe ich zwischenzeitlich den Anbieter gewechselt: Der Ayondo TradeHub, eine Empfehlung in den Kommentaren, hat ein deutlich moderneres Nutzerinterface als Plus500 und ist sehr viel komfortabler zu bedienen. Das Webinterface ist fensterbasiert, so dass man gleich mehrere Charts, Kurse und Positionslisten nebeneinander konfigurieren und im Blick behalten kann. Meinen Tradingerfolg hat das noch nicht wirklich beflügelt, auch wenn ich derzeit 200 virtuelle Euros im Plus stehe. Das war aber mehr Glück als Verstand, dank einer nicht rechtzeitig geschlossenen Short-Wette auf Daimler, die am nächsten Tag noch tiefer gesunken ist.

Zeit ist Geld

Zentrale Erkenntnis bislang: Daytrading läuft nicht mal nebenbei, so eine halbe Stunde in der Mittagspause oder zehn Minuten vor der Tagesschau, sondern man braucht viel Zeit und Ruhe. Da es daran derzeit mangelt, kann ich mir bislang auch noch nicht wirklich ein Urteil darüber erlauben, ob das ganze Sinn und Verstand hat oder ein reines Lotteriespiel ist. Aber ich bleibe dran.

 

Daytrading – Los gehts

Mein Experiment hat begonnen: Ab jetzt bin ich Daytrader und habe alle meine Anlageprinzipien über Bord geworden. Allerdings nur virtuell, echtes Geld lege ich weiterhin erstmal lieber in Dividendenwerte oder Indexfonds an.

Qual der Wahl

Das Demokonto beim Anbieter Plus500 ist eröffnet, und die ersten Trades sind gemacht. In dem Wust von Möglichkeiten musste ich erstmal entscheiden, in was ich überhaupt investieren will. Beim Plus500 kann man auf alles mögliche wetten, vom Erdölpreis über die Entwicklung finnischer Aktienwerte bis hin zum Kurs des Schweizer Franken.

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Das Daytrading-Experiment

Daytrading ist so ziemlich das genaue Gegenteil der buy-and-hold Strategie, die hier im Blog immer postuliert wird: Der Daytrader spekuliert nicht auf Dividendenzahlungen oder langfristige Gewinne, sondern will vom minütlichen Auf und Ab der Kurse profitieren. Er kauft und verkauft den Tag über und stellt bis Börsenschluss alle Positionen wieder glatt, so dass es am nächsten Morgen wieder von vorne losgehen kann.

Was soll das?

Wie wir alle wissen, funktioniert Daytrading nicht. Statistische Untersuchungen belegen regelmäßig, dass über achzig Prozent aller Daytrader auf lange Sicht Verluste machen. Das erscheint auch logisch: Nach der Random Walk Theorie bewegen sich Aktienmärkte im Tagesverlauf absolut zufällig und können nicht vorhergesagt werden. Daraus folgt vereinfacht, dass ich mit mit jedem Trade (Kauf/Verkauf) eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit habe, Gewinn zu machen. Unterm Strich müssten Daytrader also bei einer schwarzen Null rauskommen, weil die Hälfte der Transaktionen einen Gewinn bringt, und die andere Hälfte Verluste verursacht.

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Nachkauf: Rio Tinto plc

Wertpapier Kauf

Mein Einstieg beim Bergbaukonzern Rio Tinto vor gut einem Jahr war schlecht getimed.  Zwar waren die Rohstoffwerte schon seit einiger Zeit auf Talfahrt, aber das Tief war vor zwölf Monaten noch lange nicht erreicht. Vom Einstieg bei 39,50 hat sich der Kurs zwischenzeitlich nochmal fast halbiert auf rund 20 EUR. Woran das liegt ist offensichtlich: Die Rohstoffpreise haben sich nicht erholt, sondern stagnieren auf historisch niedrigen Niveaus. Damit geraten die Gewinne der Rohstoffunternehmen immer weiter unter Druck bzw. haben sich wie bei Rio in ein veritables Minus von knapp einer Milliarde Euro verwandelt.

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