Die N26 Kreditkarte als Brandmauer

N26 Mastercard

Ich bin seit 2015 Kunde bei N26 (bzw. Number 26, wie man sich damals noch nannte), aber eher aus Neugier denn aus echtem Bedarf – so richtige Verwendung für das Konto hatte ich bislang noch nicht. Mein DKB Konto mit Visacard deckt alles ab was ich in diesem Bereich brauche: kostenlose Bargeldversorgung weltweit, kostenloser Kreditkarteneinsatz im Euroraum, gut verzinstes Guthabenkonto, und seit kurzem sogar kostenloses Kreditkartenzahlung außerhalb des Euroraums (das war bislang das Alleinstellungsmerkmal von N26). Die N26 Karte war immer nur als Backup mit auf Reisen, für den Fall dass meine DKB-Karte mal abhanden kommt, was zum Glück (noch) nie passiert ist.

Kein Kredit

Denn es ist auch etwas mühsam mit der N26 Mastercard: Sie funktioniert als Debitkarte, d.h. ich muss ich vorher Geld aufladen, um mit der Karte zahlen zu können. Will ich mal spontan etwas für 500 Euro kaufen, habe aber nur noch 400 Euro auf dem Kartenkonto, geht nix mehr.

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Das Lesen der Anderen im November/Dezember 2016

Das Lesen der Anderen

Mit gehöriger Verspätung (bzw. etwas zu früh) der beliebte Blick in die Finanzblogs, diesmal kombiniert als Jahresendausgabe für November und Dezember.

Alle jammern über die explodierenden Immobilienpreise in Deutschland, aber Christian Kirchner rechnet vor, dass Berlin im Vergleich zu Bangkok noch spottbillig ist.

Tim Schäfers Artikel lesen sich ja bisweilen wie aus dem Textbaukasten. Sein Rant über Börsenweisheiten bringt aber auf den Punkt, warum das mit dem „Verluste begrenzen“ nicht immer so eine Top-Idee ist.

Der Finanzwesir erhält Werbung von den Zinspiloten, und rechnet auf gewohnt vernichtende Weise mal nach. Merksatz: „Das legendäre ‚Früher‘, in dem die Einhörner lebten, die sich den Feenstaub der Rendite aus der Mähne schüttelten, hat nie existiert“.

Chris ist jetzt finanziell unabhängig. Und siehe da, Indexfonds, passives Einkommen und minimalistischer Frugalismus sind ja gut und schön, aber eine fette Erbschaft bringts am Ende doch mehr.

Joachim Goldberg feiert den 20. Geburtstag der T-Aktie. Ich war beim Börsengang erschreckenderweise auch schon dabei, hab mit der Telekom unterm Strich aber durchaus Geld verdient.

Noch ein Geburtstag: Finanziell Umdenken feiert das fünfte Blogjubiläum. Ich zitiere das Blog hier mittlerweile eher selten, aber Finanziell Umdenken war für mich in der Anfangsphase sehr prägend, da es sich als eines der ersten deutschsprachigen Blogs mit Passivem Investieren beschäftigt hat.

Rente mit Dividende bereitet sich auf den Crash vor.

Was hilft gegen den Absturz – Vielleicht mehr Freihandel und Globalisierung? Eher nicht, meint Thomas Fricke.

Tragisches Schicksal: Großmutters Sparstrumpf kommt immer zu früh.

Auch tragisch: Martina wurde in ihrer Ich-AG häufig gemobbt.

Der Wirtschaftswaise überlässt die Aktienauswahl jetzt seinen Kindern.

Fyoumoney entdeckt die Charttechnik: vom Rosa Hexagon über die Geschwungene Hokus-Pokus-Linie bis zur Gestreckten F*ck You Bewegung… man lernt ja nie aus!

 

Genug Lesestoff für den kümmerlichen Rest des Jahres. Wir sehen uns in 2017!

Update: Der perfekte ETF für Emerging Markets

Kaum ist ein Artikel eineinhalb Jahre online, ist er auch schon wieder veraltet 😉 Seit meiner Suche nach dem besten Indexfonds für die Emerging Markets hat sich einiges getan. ETF ingesamt werden immer populärer, das Angebot immer größer, und damit der Preisdruck auf die Anbieter höher: Die HSBC hat vor ein paar Monaten die Kosten für einige Indexfonds deutlich gesenkt, u.a. auch für den eigenen Schwellenländer-Fonds.

Wie schaut es also aktuell aus: Nach wie vor gibt es nur fünf Indexfonds auf den MSCI Emerging Markets, die zumindest per Sampling replizieren, also tatsächlich in Aktien aus den Schwellenländern investieren und den Index nicht per Finanz-Voodoo Swapping nachbilden. Will man eine regelmäßige Ausschüttung der Dividenden und keinen Thesaurierer, bleiben nur noch drei Anbieter übrig, genau wie in der ursprünglichen Analyse von 2015:

ETF ISIN Domizil TER Größe (Mio EUR)
2015 2016 2015 2016
HSBC MSCI EM UCITS DE000A1JXC94 Lux. 0,60% 0,40% 287 243
iShares MSCI EM UCITS IE00B0M63177 Lux. 0,75% 0,75% 4.440 3.994
UBS-ETF SICAV – MSCI EM UCITS LU0480132876 Irland 0,45% 0,45% 280 656

Was hat sich verändert: Zum einen hat der UBS Fonds seit der Empfehlung hier im Blog sein Fondsvolumen mehr als verdoppelt, auf mittlerweile 656 Millionen EUR. Kaum zu glauben, was so eine Empfehlung in einem kleinen Privatblog ausrichten kann 😉 Die beiden anderen Fonds sind in Euro gerechnet merklich geschrumpft, was zum Teil durch den allgemeinen Kursrückgang erklärt wird: Im Vergleich zum Indexstand im März 2015 ist der MSCI Emerging Markets um rund zehn Prozent eingebrochen, was dazu führt, dass auch das Fondsvolumen in der gleichen Größenordnung schmilzt. Beim HSCB ist der Rückgang des Fondsvolumens allerdings noch größer, d.h. hier haben Anleger tatsächlich Geld abgezogen. Was vermutlich ein Grund für die deutliche Preissenkung bei der HSBC war: Anleger zahlen jetzt ein sattes Drittel weniger, damit liegt der HSBC Fonds jetzt an der Spitze mit der günstigsten Kostenquote von 0,4 Prozent.

Dennoch bleibt der UBS Fonds für mich die erste Wahl: Er ist jetzt zwar eine Spur teurer als der HSBC Fonds, hat aber dafür ein erheblich größeres Fondsvolumen. Das ist in Hinblick auf die Zukunftssicherheit eines ETF nicht ganz unwesentlich. Wenn ein Fonds zu klein wird besteht die Gefahr, dass der Anbieter den Fonds irgendwann einstellt. Dadurch verliert man als Anleger zwar formell kein Geld, weil man den Marktwert in Euro ausgezahlt bekommt. Das kann aber je nach Situation durchaus ungelegen kommen. Mit immer noch rund 240 Millionen EUR Volumen ist auch der HSBC Indexfonds zwar kein Zwerg, aber ein 15 prozentiger Rückgang des Volumens innerhalb von eineinhalb Jahren zeigt deutlich in die falsche Richtung.

 

Disclaimer:

Die ETF-Daten sind der Website JustETF.com entnommen und ohne Gewähr. Die Inhalte dieser Website stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sämtliche Aussagen und Einschätzungen basieren auf der persönlichen Meinung des Autors und sind explizit keine Anlageberatung.

Stop Loss – sinnvoll oder nicht?

stop loss

Der Finanzrocker hat vor einiger Zeit etwas unfreiwillig einen Reibach mit seinen Adidas Aktien gemacht: Sein Stop Loss wurde gezogen, die Aktie hat also einen von ihm vorher festgelegten Wert unterschritten und wurde dann automatisch verkauft. Was mich daran erinnert hat, dass ich früher ein großer Fan von Stop Loss Grenzen war, mittlerweile aber fast vollständig darauf verzichte.

Halten du sollst!

Generell widerspricht das Setzen eines Stop Loss der hier immer wieder postulierten „buy-and-hold“ Strategie. Wenn ich glaube, dass der Aktienmarkt sich auf lange Sicht positiv entwickelt, brauche ich mich um das kurzfristige Auf und Ab der Kurse nicht zu kümmern. Selbst wenn der Markt bei einem Crash mal 40 Prozent einbricht, wird er in the long run wieder zu neuen Höchstständen aufsteigen. Davon kann ich nur profitieren, wenn ich nicht zwischendurch mal ausgestoppt wurde und meine Aktien verkauft habe.

Laufenlassen du musst!

Andererseits kann man mit einem Stop Loss die alte Börsenweisheit umsetzen, Gewinne laufenzulassen und Verluste zu begrenzen.

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Das Lesen der Anderen im Oktober 2016

Das Lesen der Anderen

Lesenswerte Artikel, die mir in den letzten vier Wochen aufgefallen sind:

Im Handelsblatt zweifelt ein Versicherungsmakler am Sinn von Berufsunfähigkeitsversicherungen. Ich habe ähnliche Zweifel, traue mich aber trotzdem nicht meine Police zu kündigen, weil ich dann bestimmt gleich am nächsten Tag berufsunfähig werde.

Das gesparte Geld für die Police dann doch lieber in Aktien investieren? Aber mal ganz grundsätzlich: Was ist eigentlich eine Aktie und was ist eine Anleihe? Die Moosparade erklärt’s in bunten Bildern.

Vor dem Investieren kommt das Sparen: Der Frugalist erklärt die 752- und die 173-Regeln. Fazit: Kleinvieh macht auch Mist, vor allem wen er regelmäßig anfällt.

Mr. Money Mustache hat anscheinend genug vom Sparen. Der Fahrrad-Fanatiker und Extrem-Frugalist kauft sich ein nagelneues Auto, auf Kredit.

Der Maschinist sucht sich neue Freunde auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit. Das Thema hatten wir hier im Blog auch schon einmal.

Wie macht man das eigentlich, wenn man von Dividenden leben will, diese aber nicht so schön regelmäßig reinkommen wie die monatlich notwendigen Lebenshaltungskosten? Die Lösung ist der Dividenden-Renten-Topf.

Wie Globalisierung funktioniert: Ein faszinierender Einblick in die größte Elektronikfabrik der Welt, und man von einer Smartwatch für neun Dollar erwarten kann.

Noch wenige Tage bis zur Präsidentenwahl in den USA, da stellt sich die Frage, was Donald Trump eigentlich mit der Deutschen Bank gemeinsam hat.

Heißer Investmenttip aus dem Handelsblatt: Nur an lukrativen Tagen investiert sein

Aus der beliebten Reihe „Heiße Investmenttips aus der Fachpresse“ heute ein Beitrag aus dem Handelsblatt. Unter den meisten Finanzbloggern hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass buy and hold die einzig richtige Strategie ist. Also Aktien lange halten und nicht ständig kaufen und verkaufen, denn „Hin- und Her macht Taschen leer“. Market Timing, also das gezielte Kaufen zu Tiefstkursen, und das Verkaufen bei Höchstständen, bekommt statistisch gesehen sowieso niemand dauerhaft erfolgreich hin, wie man auch hier im Blog immer wieder um die Ohren geschlagen bekommt.

Soweit so richtig? Nein, alles falsch. Das Handelsblatt hat herausgefunden, dass es nur wenige lukrative Tage an der Börse gibt, und man als Anleger daher auch nur an diesen Tagen investiert sein sollte . Den Rest des Jahres dann lieber alles aufs Festgeldkonto packen. Der Artikel ist Gott sei Dank leider hinter einer Paywall versteckt.

Das sahnige Geheimnis

Aber woran erkennt man nun diese lukrativen Tage, um seine Orders abzusetzen? Ganz einfach: Ein Professor der Frankfurt School of Finance hat exklusiv für das Blatt entdeckt, dass die Aktien fast immer bei geldpolitischen Entscheidungen der US Notenbank Fed steigen. Die Renditen an diesen Handelstagen sind deutlich höher als an den restlichen Tagen. Statistisch gesehen betrage die Rendite von US Aktien an Veröffentlichungstagen aufs Jahr hochgerechnet über 29 Prozent, während der Schnitt aller Handelstage unter 6 Prozent liege. Das ganze sei auch kein kurzfristiger Trend, sondern statistisch seit den sechziger Jahren bis heute belegbar. Von diesen Veröffentlichungstagen gibt es rund zwanzig im Jahr. Netterweise kommuniziert die Fed diese Events schon im voraus, so dass man bequem im Onlinebanking einen Tag Veröffentlichung zuschlagen kann, und dann einige Tage später wieder verkauft, um nur die renditestarken Tage im Jahr mitzunehmen.

Ach, so einfach ist das also.

Glaubt ihr nicht? Nun, der nächste Veröffentlichungstermin ist für den 2. November angesetzt, einfach mal am 1. November einen S&P 500 Indexfonds kaufen und gucken was passiert. Ich in schon sehr gespannt…

Jetzt neu und nur für kurze Zeit

Was mich nur etwas stutzig macht: Dieser statistische Effekt an den Veröffentlichungstagen ist so ganz brandneu wohl doch nicht. Er ist unter dem hübschen Namen Pre FMOC Announcement Drift seit einigen Jahren bekannt und publiziert. Und jeder, der den Kommer gelesen hat weiss, dass es keine dauerhaft ausbeutbaren Marktanomalien geben kann. Erst recht nicht, wenn diese Anomalien allgemein bekannt sind. Denn dann würden sich die Marktteilnehmer entsprechend darauf einstellen und den Effekt zunichte machen.

Fairerweise muss man sagen, dass der Handelsblatt-Artikel das Problem selber anspricht: Das Profitieren von diesem Effekt sei für Kleinanleger eher schwierig, und man solle doch lieber langfristig anlegen statt Trends hinterherzurennen. Allerdings kommt diese weise Erkenntnis erst ganz am Ende des Artikels, nachdem man mit der reißerischen Überschrift erstmal ausreichend Leser geködert hat..