Verkauf: Conduent

Der dritte Teil meines Stop Loss Experiments: Nach Lufthansa und Highlight ist auch bei Conduent die Reißleine gezogen worden.

Conduent habe ich selber gar nicht gekauft, und ich weiss bis heute nicht so genau, was der Laden eigentlich macht. Die Aktien habe ich vor zwei Jahren als Anteilseigner von Xerox bekommen. Der Druckerhersteller hatte sein „Business Process Outsourcing“ Geschäft abgespalten und als Conduent an die Börse gebracht. Alle Xerox-Investoren haben entsprechend Aktien vom neuen Unternehmen bekommen. Diese Aktien durfte ich dann auch noch versteuern, weil man jetzt ja statt einer ganze Torte zwei Stück Torte hat, was aus Sicht des Finanzamtes ein geldwerter Vorteil ist.

Anyway, die gute Nachricht ist, dass sich Conduent an der Börse ganz ok entwickelt hat: Von anfangs knapp 13 Euro stieg der Kurs in der Spitze auf 20 Euro. Allerdings war meine Position auch mit gestiegenem Kurs noch ziemlich mickrig, so dass ich Conduent mit einem trailing stop loss auf die „Zu Verkaufen“ Liste gesetzt habe, um mein Depot mittelfristig etwas aufzuräumen.

Diesmal hat das mit dem nachziehenden Stop Loss sogar halbwegs funktioniert: Im August stand der Kurs bei 18,26 Euro, den Stop Loss habe ich mit gebührendem Abstand auf 16,49 Euro gesetzt, damit er nicht sofort bei einer kleinen Tagesschwankung ausgelöst wird.

Conduent legte die nächsten Wochen kontinuierlich zu, und der Stop Loss zog nach. Anfang Oktober gings dann aber im allgemeinen Strudel wieder deutlich runter und der Stop Loss hat bei 18,31 Euro ausgelöst.

Im Vergleich zum direkten Verkauf habe ich mit dem Stop Loss also sensationelle fünf Cent pro Aktie mehr verdient. In Summe hat mir das sage und schreibe 1,50 Euro mehr eingebracht.

Der geneigte Leser kann jetzt per einfachem Dreisatz den Gesamtwert meiner Conduent-Aktien erschließen  – und mit etwas Recherche sogar die Größe meiner Xerox-Position ermitteln. Mit letzterer liege ich übrigens nach 19 Jahren Haltedauer immer noch satt im Minus. Da sage nochmal jemand dass langfristiges Halten von Aktien sich am Ende immer auszahlt.

Verkauf: Highlight Communications

Und weiter gehts im fröhlichen Ausverkauf des Teilzeitinvestor-Depots: Nach Lufthansa ist auch bei Highlight Communications der Stop Loss gerissen worden. Wie schon mit Lufthansa hat auch Highlight in den letzten zehn „buy-and-hold“ Jahren einiges an Achterbahnfahrt für mich im Angebot gehabt.

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Verkauf: Lufthansa

Huch, steht hier nicht immer was von Buy-and-Hold? Und jetzt verkauft der Teilzeitinvestor auf einmal seine Aktien? Nun, das ist die erste Konsequenz meines letzten Artikels, in dem es unter anderem um Stop Loss Kurse ging. Ich hatte für einige Aktien im Depot, bei denen ich fundamental nicht mehr so richtig überzeugt war, einen trailing stop loss gesetzt. Dieser wurde bei Lufthansa jetzt gerissen und die Aktien sind aus meinem Depot ..äh… geflogen*.

Lufthansa ist ein gutes Beispiel dafür, wie es einem Buy-and-Hold Investor auf lange Sicht ergehen kann.

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Buy and Hold bis in alle Ewigkeit?

Ich bin ja eigentlich ein Verfechter des bedingungslosen Buy and Hold. Es hat einige Jahre, viel Indoktrination von Finanzwesir, Tim Schäfer & Co., sowie schmerzhafte Erfahrung mit (oft zu frühem) Verkauf von Aktien gebraucht, um zu dieser Erkenntnis zu kommen.

Aber heißt Buy and Hold tatsächlich, niemals nie zu verkaufen, egal was passiert? Ein paar Entwicklungen lassen mich gerade daran zweifeln:

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Achterbahn fahren mit CVS Health

Ein Problem beim passiven Investieren mit Indexfonds ist, dass das so schrecklich langweilig ist. Einmal den Wertpapiersparplan angelegt, guckt man die nächsten Jahrzehnte nur noch dem Depot beim Wachsen zu, was leider oft nicht sehr viel schneller geht als bei Gras.

Für den Nervenkitzel kaufe ich daher ab und zu immer noch Einzelaktien. Der damit verbundene eher durchwachsene Erfolg ist zum einen sehr heilsam, weil er mir immer wieder beweist, dass Indexfonds doch der Weisheit letzter Schluss sind. Zum anderen nimmt mich die eine oder andere Aktie auf eine emotionale Achterbahnfahrt mit, die mein bescheidenes Teilzeitinvestorleben mit, äh, Leben füllt.

Adrenalin bitte

Nehmen wir meinen letzten Einzelkauf, die amerikanische Drogeriekette CVS Health: Ein grundsolides Unternehmen mit kontinuerlichem Wachstum, tätig im Megatrendbereich Healthcare, mit glänzenden Aussichten für die Zukunft. Dazu stetig steigende Dividenenausschüttungen, mit besten Aussichten, ein Dividendenaristokrat zu werden. Empfohlen von allen namhaften und nicht so namhaften Dividendenblogs, was soll da schon schiefgehen. Dazu war die Aktie billig zu haben, weil sie von ihrem Allzeithoch von über 100 Euro ein Viertel zurückgekommen ist. Also beherzt zugegriffen, im März 2017 für 76 Euro das Stück.

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Der Crash ist schon da

Seit einigen Jahren schon warten alle auf den großen Crash, der die ungewöhnlich lange Aufwärtsbewegung an den Börsen beendet. Tatsächlich drehte sich schon der erste Beitrag in diesem Blog vor dreieinhalb Jahren um dieses Thema. Es gab zwischenzeitlich zwar immer mal wieder ein paar kleinere Korrekturen an den Märkten, aber der Aufwärtstrend ist seit fast 10 Jahren intakt, weder Brexit noch Trump konnten der Aktieneuphorie bislang nennenswert schaden.

Mittlerweile verdunkeln sich die Wolken aber zusehends, der beginnende Zoll- und Wirtschaftskrieg zwischen USA, EU und China trübt die Aussichten für die Weltwirktschaft. Und was soll ich sagen, bei mir ist der Börsencrash im Depot schon angekommen. Seit Anfang des Jahres hat sich fast ein Viertel des Depotwertes in Luft aufgelöst.

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Der perfekte Wodka

wodka

Nachdem wir hier schon den perfekten ETF für alle möglichen Weltregionen gesucht (und gefunden) haben, können wir uns langsam den wirklich wichtigen Fragen zuwenden: Was ist eigentlich der perfekte Wodka?

Ich weiss, was Sie jetzt denken, und Sie haben recht: Was hat das ganze mit Aktien, Börse und Finanzen zu tun? Nun, nicht viel, aber zumindest genug, dass sich die Macher des exzellenten amerikanischen Finanzpodcasts „Planet Money“ damit beschäftigt haben.

Zur Vorgeschichte muss man wissen, dass ich eigentlich eher Wein- und Biertrinker bin, und abgesehen von Gin&Tonic harten Alkoholika eher wenig abgewinnen kann. Whiskey oder Wodka gehören für mich eher in die Kategorie „Brennspiritus“: sicher ganz effektiv, um sich zu betrinken, aber kein Genuss. Bis mich dann mal ein Freund eines besseren belehren wollte und mir einen Grey Goose Vodka vorgesetzt hat. Und siehe da, der schmeckte gar nicht nach Feuerwasser, sondern erstaunlich mild und harmonisch. Gut, immer noch nicht so toll als dass ich jetzt abends vor dem Kamin statt Rotwein russischem Schnapps ins Glas schenke. Aber ich kann seitdem zumindest nachvollziehen, warum jemand 40 Euro für eine Flasche Grey Goose ausgibt, obwohl das mehr als das dreifache ist, als für eine Flasche Absolut Vodka fällig wird.

Nun sind die Podcaster von Planet Money genau dieser Frage nachgegangen: Ist ein Premium Wodka wie Grey Goose eigentlich sein Geld wert?

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