Buy and Hold bis in alle Ewigkeit?

Ich bin ja eigentlich ein Verfechter des bedingungslosen Buy and Hold. Es hat einige Jahre, viel Indoktrination von Finanzwesir, Tim Schäfer & Co., sowie schmerzhafte Erfahrung mit (oft zu frühem) Verkauf von Aktien gebraucht, um zu dieser Erkenntnis zu kommen.

Aber heißt Buy and Hold tatsächlich, niemals nie zu verkaufen, egal was passiert? Ein paar Entwicklungen lassen mich gerade daran zweifeln:

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Achterbahn fahren mit CVS Health

Ein Problem beim passiven Investieren mit Indexfonds ist, dass das so schrecklich langweilig ist. Einmal den Wertpapiersparplan angelegt, guckt man die nächsten Jahrzehnte nur noch dem Depot beim Wachsen zu, was leider oft nicht sehr viel schneller geht als bei Gras.

Für den Nervenkitzel kaufe ich daher ab und zu immer noch Einzelaktien. Der damit verbundene eher durchwachsene Erfolg ist zum einen sehr heilsam, weil er mir immer wieder beweist, dass Indexfonds doch der Weisheit letzter Schluss sind. Zum anderen nimmt mich die eine oder andere Aktie auf eine emotionale Achterbahnfahrt mit, die mein bescheidenes Teilzeitinvestorleben mit, äh, Leben füllt.

Adrenalin bitte

Nehmen wir meinen letzten Einzelkauf, die amerikanische Drogeriekette CVS Health: Ein grundsolides Unternehmen mit kontinuerlichem Wachstum, tätig im Megatrendbereich Healthcare, mit glänzenden Aussichten für die Zukunft. Dazu stetig steigende Dividenenausschüttungen, mit besten Aussichten, ein Dividendenaristokrat zu werden. Empfohlen von allen namhaften und nicht so namhaften Dividendenblogs, was soll da schon schiefgehen. Dazu war die Aktie billig zu haben, weil sie von ihrem Allzeithoch von über 100 Euro ein Viertel zurückgekommen ist. Also beherzt zugegriffen, im März 2017 für 76 Euro das Stück.

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Vanguard gegen MiFid 2 – oder warum meine Bank mir keine Indexfonds mehr verkauft

Meine Wandlung zum Vanguard-Jünger muss noch etwas warten, denn meine Hausbank DKB verkauft mir keine Vanguard Fonds. Schuld ist wohl ein Ungetüm namens MiFid 2. Was klingt wie die Fortsetzung eines erfolgreichen Kinofilms („MiFid 2 – die Rückkehr der Dividendenritter“), ist die zweite Auflage der „Markets in Financial Instruments Directive“, also eine Finanzmarktrichtlinie, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist.

MiFiD 2 soll eigentlich den armen Bankkunden vor bösen Spekulationen schützen. Otto Normaldepotkunde hat das u.a. daran gemerkt, dass seine Hausbank ihm zum Jahreswechsel aufgefordert hat, den WpHG-Bogen neu auszufüllen. Dieser Wertpapierhandelsgesetz-Bogen, in dem man seine Erfahrungen mit Aktien und Fonds dokumentiert, soll verhindern, dass die Banken der sprichwörtlichen Lehman-Oma wieder windige Derivate verkaufen, von denen sie keine Ahnung hat und mit denen sie ihre gesamte Rente verzockt. Die Bank definiert anhand des Bogens, für welche Produkte man „reif“ ist und von welchen man lieber die Finger lassen soll (bzw. muss).

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Update: Der perfekte ETF für die Pazifik Region

Seit dem ursprünglichen Artikel zu Asien-Indexfonds sind mittlerweile zweieinhalb Jahre vergangen. Viel Zeit in der Welt der ETF, in der sich seit dem einiges bewegt hat. Für deutsche Anleger ist insbesondere der Markteintritt des Branchenriesen Vanguard relevant: Seit kurzem kann man jetzt auch an der Frankfurter Börse Vanguard-Indexfonds kaufen und verkaufen, was manchen Anleger geradezu in Extase versetzt.

Zur grundsätzlichen Bewertung der Vanguard ETF hat der Finanzwesir mal wieder die wesentlichen Dinge gesagt. Wichtigster Unterschied zu den anderen Platzhirschen iShares oder HSBC: Vanguard setzt auf den Indexanbieter FTSE, während die meisten anderen auf MSCI Indizes aufbauen. In der Praxis ist das kein so großer Unterschied, da die Indizes sehr ähnlich aufgebaut sind und auch in der Performance sehr eng beieinander liegen. Allerdings lassen sich die Fonds damit nicht mehr ganz sauber miteinander vergleichen. Was uns nicht davon abhält, das hier trotzdem zu tun.

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Kostspielige Sachdividenden bei Xerox

conduent

Ich sollte öfters mal mein Depot kontrollieren. Also nicht meine Google Docs Übersicht, sondern das echte Depot bei der Bank. Bin nämlich seit Januar stolzer Besitzer von Aktien der Firma Conduent. Condu-was? Genau, nie gehört, ist aber auf einmal in meinem Depot vorhanden. Des Rätsels Lösung: Xerox, eine Depotleiche aus Dot.com Zeiten in meinem Portfolio, hat sich vemehrt, bzw. gespalten. Die einen machen weiterhin Drucker und heissen immer noch Xerox, die neuen Kids on the Block machen „business process outsourcing“ und hören auf den schicken Namen Conduent (das ist wie mit den Wandervögeln, die einen wollen jetzt nur noch wandern…).

Eigentlich eine triviale Geschichte und ein Nullsummenspiel: Statt 1.000 EUR Anteilen an einer Firma hat man jetzt 700 EUR Anteil an der Ursprungsfirma, die jetzt ohne die Abspaltung natürlich weniger wert ist, und 300 EUR an der neuen Ausgründung, macht also immer noch 1.000 EUR. Nichts gewonnen und nichts verloren, keiner zu Schaden gekommen. Wenns gut läuft entwickeln sich beide Firmen unabhängig voneinander besser als vorher zusammen, das wird die Zukunft zeigen.

Zwei Stück Torte

Spannend ist allerdings die Sichtweise des deutschen Fiskus: Weil die Anteile der neuen Firma an die Aktionäre verteilt wurden, gilt das steuerlich als Sachdividende und ist eine steuerpflichtige Einnahme. Man muss sich das mal bildlich vorstellen: Das ist ungefähr so als wenn ich einen Torte habe und die in zwei Teile teile, und das Finanzamt dann sagt: jetzt hast du ja zwei Stück Torte und damit eins mehr als vorher, also einen geldwerten Vorteil, bitte das zweite Stück versteuern.

Aufgefallen ist mir die ganze Geschichte erst dadurch, dass die Dividendenzahlung von Daimler dieses Jahr geringer ausgefallen ist als letztes Jahr. Daimler hat die Dividende zwar stabil gehalten, aber dieses Jahr war mein Freibetrag für die Kapitalertragssteuer dank der „Sachdividende“ von Xerox schon zu einem großen Teil ausgeschöpft, so dass effektiv weniger auf meinem Konto ankam.

Einziger Trost: die Kursentwicklung bei Xerox und Conduent war bislang ganz erfreulich: Aus 1.000 EUR Xerox Aktien vom 1. Januar sind jetzt 811 EUR in Xerox und 372 EUR in Conduent Aktien geworden, also ein Gewinn von gut 18 Prozent in drei Monaten – diesen Gewinn darf ich dann natürlich auch nochmal versteuern, wenn ich die Aktien später verkaufe.

Kauf: CVS Health

Wertpapier Kauf

Nach langer Zeit mal wieder ein Einzelinvestment. Nachdem die DKB ihre Tagesgeldzinsen jetzt auf 0,2% senkt, muss zum Ausgleich mal ein Dividendenwert her 🙂 Die Wahl fiel auf: CVS Health, WKN 859034, zu 75,85 EUR pro Stück.

Wer schon mal in Amerika war, kennt vermutlich auch CVS Health. Die Drogeriekette, eine Mischung aus Rossmann, DocMorris und Edeka, hat landesweit überall Filialen, und wo immer ich mal bei einem CVS war, war das ein prima Einkaufserlebnis. Das mag ich als Investor, wenn mich das Unternehmen auch als Kunde begeistert. Ich besitze sogar eine Kundenkarte von CVS, denn ohne die gibts keine Sonderangebote im Geschäft. Die Retail-Sparte von CVS ist aber schon lange nicht mehr der einzige Umsatzbringer. Mittlerweile betreibt man auch eine Kette von ambulanten Kliniken, eine Versandapotheke und einen sogenannten Pharmacy Benefit Manager. Letzteres ist eine Besonderheit des amerikanischen Gesundheitssystems, eine Art Einkaufsgemeinschaft für Arzneimittel, die die Versorgung von Patienten im Auftrag von Krankenversicherungen übernimmt und Rabatte aushandelt.

Ausführlichere Analysen von CVS gibts z.B hier, hier und hier.

CVS Kundenkarte

CVS war eine Zeit lang der Darling der Dividendeninvestoren. Die Dividendenrendite liegt derzeit bei rund 2,5 Prozent, und die Dividende ist seit 2006 jedes Jahr im Schnitt um ein Viertel angehoben worden. Die Ausschüttungsquote ist immer noch vergleichsweise niedrig, so dass dadurch noch einige Luft nach oben ist. Allerdings ist die Aktie in den letzten Monaten stark unter Druck geraten und hat über ein Drittel an Wert eingebüßt.  Grund ist u.a. die Ungewissheit, wie es mit der Trump-Regierung im Gesundheitssystem weitergeht. Außerdem ist mit der fusionierten Walgreens Boots Alliance ein starker Wettbewerber im Markt, und die vormals sehr profitable Pharmacy Benefits Management Sparte steht unter Druck.

Ob das jetzt ein Griff ins fallende Messer ist oder eine gute Einstiegschance, weiß man leider immer erst hinterher. I keep you posted.

Disclaimer:

Die Inhalte dieser Website stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Sämtliche Aussagen und Einschätzungen basieren auf der persönlichen Meinung des Autors und sind explizit keine Anlageberatung.

Wann ist ein ETF eigentlich steuereinfach?

Steuerbescheinigung

Eines der wichtigsten Auswahlkriterien für einen Indexfonds ist für mich die Steuereinfachheit. Zum Thema Steuern und Indexfonds sind schon gefühlt tausend Artikel erschienen, aber hier scheint es immer noch viel Verwirrung zu geben. Ich will hier nicht die 1.001ste Abhandlung schreiben, sondern nur mal den sehr simplen Weg beschreiben, den ich für mich definiert habe.

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