Freiheit oder Langeweile?

fauler hund

Blogparaden sind ja eigentlich nichts für mich, aber da meine letzte genau ein Jahr her ist, kann ich ja mal wieder eine Ausnahme machen. Der Privatier stellt nämlich die durchaus spannende Frage, was man sich eigentlich von dieser finanziellen Freiheit erhofft, die alle anstreben. Und was man denn zu tun gedenkt, wenn es denn soweit ist. Kommt mit der großen Freiheit auch die große Langeweile?

Lotto King Karl

Die Frage, was finanzielle Freiheit bedeutet, erinnert an das Gedankenspiel, was man mit sechs Richtigen im Lotto machen würde. Ich fand die Vorstellung immer faszinierend, nach dem großen Millionengewinn erstmal ganz normal montags ins Büro zu gehen und sich nichts anmerken zu lassen, außer vielleicht einem dauerhaften sehr zufriedenen Grinsen im Gesicht.

Mehr lesen

Handlungsbedarf bei Dividenden und US Quellensteuer?

Steuerberechnung

Da hatten mir die Kollegen Finanzrocker und Finanzwesir mit ihrem Podcast zu Dividendenaktien doch kurzzeitig einen Schrecken eingejagt: Nein, nicht die rigorose Ablehnung der Dividendenstrategie durch den Finanzwesir hat mich erschrocken – auch ein Wesir darf sich schließlich mal irren 😉

Aufschrecken ließ mich die Anmerkung des Finanzrockers, dass man bei seiner Bank einen „Rabatt“ auf die Quellensteuer für US-Aktien beantragen muss bzw. kann. Und dann statt 30% nur noch 15% Quellensteuer zahlt.

Mehr lesen

Nützt alles nichts: Ein Wertpapiersparplan muss her

Wertpapiersparplan

So sehr ich hier auch immer wieder predige, dass market timing nicht funktioniert und eine schlichte passive Anlage in Indexfonds rational das richtige wäre, so schwer tue ich mich damit, das ganze selber konsequent umzusetzen. Die richtigen Indexfonds habe ich schon vor langer Zeit ausgewählt, und auch durchaus die eine oder andere Position aufgebaut. Aber vor jedem Kauf hadere ich damit, ob nicht jetzt gerade ein besonder schlechter Zeitpunkt zum Kauf sei, weil die Kursstände kurz vor oder auf dem Allzeithoch sind und der Crash unmittelbar bevorsteht. Ab und zu hab ich mit der Einschätzung ja auch mal halb recht, schließlich ist der DAX von seinen Höchstständen zwischenzeitlich schon mal wieder 3.000 Punkte zurückgekommen. Aber dann geht es auch wieder aufwärts, und die alte Regel „time in the market beats timing the market“ greift, wenn man feststellt, das schon wieder ein Jahr um ist, in dem man statt drei bis vier Prozent Dividendenrendite nur 0,8 Prozent aufs Festgeld bekommen hat.

Mehr lesen

Das Lesen der Anderen: Juli 2016

Das Lesen der Anderen

Die Sommerpause hier im Blog geht weiter, aber zum Glück nicht bei den anderen Finanzbloggern. Die Übersicht lesenswerter Artikel aus den letzten vier Wochen:

Der Finanzkoch kommt oft zu spät: Mit der Strategie, auf Gewinner zu setzen, die jahrelang gut gelaufen sind, springt man in vielen Fällen erst dann auf den Zug auf, wenn die Gewinnsträhne am Ende ist und es wieder abwärts geht.

Christian Kirchner jammert, dass wir alle Immobilien-Jammerlappen sind. Was u.a. daran liegt, dass über die vermeintliche Immobilienblase hauptsächlich 40jährige Journalisten schreiben, die für sich selbst nur in großstädtischen Toplagen suchen.

Aber nicht jeder sucht etwas im Szeneviertel. Der Wirtschaftswurm ist auf die dunkle Seite gezogen.

Und den Finanzrocker zieht es nach Wacken. Dort regnets häufig, deshalb braucht man wetterfeste Kleidung. Genau wie an der Börse. Oder so. Mein spontaner Eindruck: Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich 😉

Andere zieht es in den Dividendenbunker. Was letztendlich nichts anderes als die guten alten Dividendenaristokraten sind, also Firmen, die nicht nur jahrzehntelang eine Dividende ausgezahlt haben, sonder diese auch noch kontinuierlich steigern.

Der Frugalist hält Dividendenbunker und -aristokraten hingegen für einen riesigen Selbstbetrug. Denn eine Dividende werde ja aus der Unternehmenskasse gezahlt und schmälere damit den Firmenwert, das ganze sei also nur „linke Tasche, rechte Tasche“. Diese Binsenweisheit als Selbstbetrug zu verkaufen, ist schon sehr provokant. Denn dass ernsthaft jemand glaubt, Dividenden kämen aus dem nichts, wage ich mal zu bezweifeln. Aber es macht für viele Anleger eben einen Unterschied, ob der Gewinn als hartes Cash auf dem Konto liegt, oder als luftiger Buchgewinn, der sich morgen schon wieder in Luft auflösen kann. Bilanzen kann man manipulieren, den Cash Flow zumindest nicht dauerhaft.

Dividenden hin oder her – Der schweizer Tagesanzeiger analysiert, dass die Mittelschicht in  Europa und den USA seit dem Mauerfall keine Verbesserung der Realeinkommen erreicht hat und die Wachstumserfolge nicht in der Mitte und unten ankommen.

Da darf man sich nicht wundern, dass die Bevölkerung eher skeptisch ist, was eine fortschreitende Globalisierung und Marktliberalisierung angeht. Das Freihandelsabkommen TTIP hat keine Mehrheit und droht zu scheitern. Was aber gar nicht schlimm ist, erklärt Thomas Fricke, denn das Globalisieren habe in den letzten Jahrzehnten große gesellschaftliche Schäden hinterlassen.